Dr. Marlene Westmeier Ganzer Einsatz für Babys Drogenabhängiger

Von Daniela Eichert 

Der Spruch die beste Droge für den Menschen, ist immer noch der Mensch, könnte für meinen Beruf kaum passender sein, sagt Dr. Marlene Westmeier, Oberärztin der Neonatologie am Olgahospital. Foto: Klinikum Stuttgart
"Der Spruch 'die beste Droge für den Menschen, ist immer noch der Mensch', könnte für meinen Beruf kaum passender sein, sagt Dr. Marlene Westmeier, Oberärztin der Neonatologie am Olgahospital. Foto: Klinikum Stuttgart

Marlene Westmeier, Oberärztin am Olgahospital, über ihre Arbeit mit Babys Drogenabhängiger.

Stuttgart - Ende 2012 soll das im Bau befindliche neue Olgahospital fertig gestellt sein, in dem Kinderzentrum und Frauenklinik unter einem Dach vereint werden. Doch bereits heute stehen die Zeichen in der Klinik auf Fortschritt. Ab Mitte Oktober wird sich eine Casemanagerin mit Qualifikation zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin um die Neugeborenen auch von drogenabhängigen Eltern kümmern.

Zu ihren Aufgaben gehört es, bereits feststehenden nachstationären Weiterversorgungsbedarf, z.B. auch soziale Aspekte wie Verdacht auf Vernachlässigung, zu erfassen und in Zusammenarbeit mit dem Sozialmedizinischen Dienst und weiteren Beteiligten einzuleiten.

In ihren Bereich fällt auch die Einschätzung der elterlichen Kompetenz und in besonderen Fällen die Übernahme von Schulung und Anleitung in Kooperation mit dem Pflegedienst. Zuständig ist die Casemanagerin darüber hinaus für die Koordination der Termine mit dem Jugendamt, das Entlassmanagement und die Abstimmung des Nachsorgeplans.

Die neue Casemangerin nimmt damit ihre Arbeit in jenem sensiblen Bereich auf, der Dr. Marlene Westmeier besonders am Herzen liegt. Im Gespräch hat die aus Hessen stammende Oberärztin der Neonatologie des Olgahospitals von ihrem Berufsalltag erzählt – bewegt und bewegend.

Immer wieder machen Fälle Schlagzeilen, in denen Babys oder Kleinkinder drogenabhängiger Eltern verdurstet sind, weil diese im Rausch oder gar an einer Überdosis gestorben waren. Können Sie mit Ihrer Arbeit solch tragische Schicksale gänzlich verhindern?

Wir haben ein sehr engmaschiges Netz und arbeiten in unserer Ärztehelferkonferenz auch mit Drogenberatungsstellen und dem Jugendamt zusammen. Gemeinsam entscheiden wir, was nach der Entlassung des Säuglings aus dem Olgahospital geschieht.

Ob das Baby in eine Bereitschaftspflege oder zu einer Pflegefamilie kommt, ob ein Mutter-Kind-Heim vorerst die beste Lösung ist oder das Neugeborene allein in die Obhut seiner Eltern gegeben werden kann.

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