Doris Leibinger mit ihrem Mann Berthold 2010 beim Festakt anlässlich seines 80. Geburtstags Foto: dpa

Doris Leibinger, Frau des Trumpf-Seniorchefs Berthold, macht sich stark für Kinder und Jugendliche. Ihre Stiftung besteht seit zehn Jahren. Im Jubiläumsjahr verbucht sie einen besonderen Erfolg.

Ditzingen - Es gibt nur wenige Bilder von ihr in der Öffentlichkeit: Doris Leibinger drängt es nicht in die erste Reihe, in der ihr Mann als Patriarch des Ditzinger Maschinenbauers Trumpf so häufig steht. Menschen, die sie kennen und sie in ihrem Wohnort Gerlingen im Alltag erleben, beschreiben sie als bodenständig und nahbar.

Sozial engagiert seit zehn Jahren

So wenig die gebürtige Stuttgarterin, die inzwischen etwas über 80 ist, Aufhebens um ihre Person macht, so wenig ist ihr soziales Engagement in der Öffentlichkeit bekannt. Ihre Stiftung, die Doris-Leibinger-Stiftung, besteht nun seit zehn Jahren. Über dieses Jubiläum hinaus hat die Stiftung Grund zu feiern: Seit dem Frühjahr gibt es für taubblinde Menschen ein eigenes Merkzeichen im Behindertenhausweis. „Zuvor waren nur Leistungen für Blinde oder nur Taube erhältlich, was der Lebensrealität der Betroffenen nicht entsprach“, sagt Brigitte Diefenbacher, die Geschäftsführerin der Stiftung. Beide Merkzeichen seien aber auch ein Ausdruck dessen, „wie wenig man verstanden hat vom Zustand, in dem diese Menschen sind“, so Diefenbacher. Langsam ändere sich das. „Steter Tropfen höhlt den Stein“, würdigt sie das Engagement aller für Taubblinde.

Entstanden aus einer Zufallsbegegnung

Entwachsen ist Doris Leibingers Engagement vor zehn Jahren aus einer Zufallsbegegnung am Flughafen. Damals war sie ins Gespräch mit der Begleitung einer taubblinden Person gekommen. „Die Gründung hatte keinen Anlass wie etwa einen runden Geburtstag“, bestätigt Diefenbacher.

Die Prominenz der Namensgeberin ändert freilich nichts daran, dass auch diese Stiftung trotz ausbleibender Zinsen den Anspruch hat, die laufenden Projekte weiter zu fördern. Eine Alternative für Stiftungen ist es laut Diefenbacher, Immobilien zu kaufen, und sie gegen eine Miete in Höhe des Bankzinses gemeinnützigen Einrichtungen zur Verfügung zu stellen. Eine andere Möglichkeit ist das private Engagement der Stifter. Dieses widerfuhr dem Stuttgarter Kinderhospiz: Das Ehepaar Doris und Berthold Leibinger spendete namhafte Beträge aus seinem Privatvermögen.

Die Stiftung

Doris-Leibinger-Stiftung
Die 2007 gegründete Stiftung verfügt nach eigenen Angaben über ein Stiftungskapital von rund 2,9 Millionen Euro. Seit ihrer Gründung vor zehn Jahren hat die Stiftung Kinder und Jugendliche mit rund 2,3 Millionen Euro unterstützt. Schwerpunkte der Förderung sind blinde und taubblinde Kinder und Jugendliche sowie Missbrauchsopfer. Zudem finanzieren sie Hilfen, um die Mobilität schwerbehinderter Kinder und Jugendlicher zu fördern.

Separate Unterstützung
Doris und Berthold Leibinger haben jeweils zudem mit Privatspenden das Stuttgarter Kinderhospiz gefördert.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: