Zumindest geplant werden kann am Diakonissenplatz. Foto: Rudel

Mehr als neun Millionen Euro fließen in den nächsten zwei Jahren in den Stuttgarter Westen.

Stuttgart-West - Wir sind ganz gut weggekommen“, lautet das Resümee des Bezirksvorstehers Reinhard Möhrle nach dem Beschluss des Doppelhaushalts 2012/13. Projekte, die im Stadtbezirk Priorität haben, seien alle berücksichtigt worden, ebenso wie kleinere Vorhaben. So soll die Großturnhalle für das Friedrich-Eugens-Gymnasium mit der Tiefgarage endlich realisiert werden. Von dieser ist seit mehr als zehn Jahren die Rede. 7,1 Millionen Euro können den Reden nun Taten folgen lassen. Es ist mit Abstand die höchste Summe, die im nächsten Doppelhaushalt für ein West-Projekt gezahlt wird.

In der Summe kleiner, nicht aber in der Bedeutung, ist die Gestaltung des Rossbollengässles. Das Garten- und Friedhofsamt trägt 250 000 Euro, etwa dieselbe Summe wird aus der Stadtentwicklungspauschale kommen. Und schließlich besteht auch die Hoffnung, das der morastige Feuersee in den nächsten Jahren wieder klarer wird. Insgesamt sind dafür 500 000 Euro vorgesehen, im aktuellen Doppelhaushalt ist aber nur ein Teil dieser Summe eingeplant, der Großteil soll erst 2014 fließen.

Als ein „Leuchtturmprojekt“, das mit 100 000 Euro bedacht wurde, bezeichnet Reinhard Möhrle die Gestaltung einer verwilderten Grünfläche an der Klüpfelstraße, die künftig als Naturerfahrungsraum für Kinder genutzt werden soll. „Das ist im Westen etwas ganz Neues, ein Ort, an dem wir Natur erlebbar machen können“, so der Bezirksvorsteher. „Mit Organisationen und Einrichtungen, die sich daran beteiligen wollen, werden wir das Projekt nächstes Jahr in Angriff nehmen.“

Redebedarf besteht beim Thema Diakonissenplatz

Als positives Signal auch für das bürgerschaftliche Engagement wertet der Bezirksvorsteher die 160 000 Euro für die weiteren Planungen im Olgäle-Areal. Für die konkrete Bürgerbeteiligung hofft er, dass der Westen einen Teil der 50 000 Euro erhält, die generell für Projekte bereitgestellt worden sind, an denen Bürger mitwirken. Ebenso ist Reinhard Möhrle sicher, dass der Bezirk davon profitieren wird, dass die Radverkehrspauschale um eine Million Euro aufgestockt wurde, es für die Sanierung der Stäffele jährlich 312 000 Euro gibt und die Stadtentwicklungspauschale (Step) um 1,65 Millionen Euro pro Jahr erhöht wurde. „Die Step ist ein wichtiges Finanzierungsmittel für kleinere Projekte“, erklärt Möhrle.

Eine Überraschung für den Bezirksvorsteher sind die 150 000 Euro für die Grünanlage zwischen Geißeich- und Zamenhofstraße. Dort im Umfeld des Eduard-Pfeiffer-Hauses entstehen derzeit neue Wohnhäuser. Möhrle vermutet einen Zusammenhang. „Näheres wird dem Bezirksbeirat nächstes Jahr vorgestellt.“

Redebedarf besteht beim Thema Diakonissenplatz. 25 000 Euro gibt es für Planungen. Diese seien allerdings nicht so, wie es der Bezirksbeirat wolle. „Man möchte versuchen, die Jugendverkehrsschule dort zu belassen und zusätzliche eine öffentliche Grünanlage zu ermöglichen“, so Möhrle. Nicht nur den Lokalpolitikern im Westen wäre es lieber, wenn die Verkehrsschule verlagert würde. Weilimdorf ist als Standort im Gespräch. „Auf dem dortigen Grundstück steht ein Bürogebäude, das die Stadt mit verkaufen möchte, was den Preis jedoch erhöht“, weiß Möhrle. Der Ausgang ist offen, weshalb der Bezirksvorsteher nun großräumiger planen möchte. Man könnte in den Straßen in der Gegend, in der das Dillmann- und das Friedrich-Eugens-Gymnasium angesiedelt sind, den Verkehr beruhigen und die Verkehrsschule in den öffentlichen Straßenraum integrieren. „Ich weiß nicht, ob so was möglich ist, aber man könnte es ja mal prüfen.“

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