Ein Bild der Zerstörung: Es ist für die Ermittler nicht einfach, nach der Ursache der Explosion zu suchen. Foto: SDMG

Nach der Detonation, bei der eine Frau schwer verletzt, ihr Haus komplett zerstört wurde und mehrere Gebäude beschädigt wurden, gehört der Unglücksort den Handwerkern. Für die Schäden kommen zunächst die Gebäudeversicherungen auf.

Donzdorf - Nun sind die Zimmerleute gefordert. Nach der schweren Gasexplosion am Sonntag in Donzdorf sind am Montagvormittag mehrere Zimmererbetriebe aus dem Ort und der Umgebung in der Dr.-Frey-Straße zu Gange und versuchen, die beschädigten Häuser so rasch wie möglich zumindest provisorisch abzusichern. „Das kann man bei dem Wetter ja nicht so lassen. Wir waren deshalb am Sonntag schon hier und haben die Dächer von drei Häusern mit Planen abgedeckt“, berichtet ein Zimmermann, bevor er sich wieder in die Arbeit stürzt. Zusammen mit seinem Kollegen soll er die Häuser gegenüber der Unglücksstelle wieder dicht bekommen. Umherfliegende Trümmer haben Löcher in deren Dächer geschlagen, zum Teil sind auch die Fenster geborsten.

Polizei: Sachschaden liegt im Millionenbereich

Wie hoch der Schaden in der Straße ist, kann noch nicht gesagt werden. Der ersten Schätzung der Polizei zufolge liegt er im Millionenbereich. Ein großer Teil der Zerstörungen ist zwar offensichtlich – da sind zum einen das Reiheneckhaus, das jetzt nur noch ein Trümmerhaufen ist,und das angrenzende Reihenhaus, das einsturzgefährdet ist, zum anderen die Nachbarhäuser, deren Dächer und Fenster in Mitleidenschaft gezogen wurden. Andere Schäden aber sind bisher womöglich noch nicht erkennbar. So berichtet einer der Handwerker, dass auch das Haus rechts der Explosionsstelle schwerer getroffen worden sei, als man auf den ersten Blick sehen könne. „Da lässt sich kein Fenster mehr öffnen. Das könnte bedeuten, dass sich das Haus verschoben hat“, berichtet der Zimmermann. Verrutschte Dachziegel und Ähnliches deuten auch bei anderen Gebäuden darauf hin, dass sie sich durch die Wucht der Explosion verschoben haben könnten. Deshalb sind in der Straße neben den Handwerkern auch Statiker und Gutachter von Versicherungen unterwegs.

Für die Kosten kommen zunächst die Gebäudeversicherungen der jeweiligen Hauseigentümer auf, wie der Sprecher der Sparkassenversicherung in Stuttgart, Michael Kuhn, erklärt. „Gasexplosionen sind als Standard eigentlich in allen Wohngebäudeversicherungen mit abgedeckt“, sagt er. Jeder Hausbesitzer müsse die Schäden an seinem Haus an seinen Versicherer melden, dieser komme dann für die Reparaturen oder den Neuaufbau auf.

Unglücksursache ist nach wie vor unbekannt

Etwas komplizierter könne es werden, wenn sich im Lauf der Ermittlungen der Polizei herausstelle, dass irgendjemand an einer Explosion schuld sei. „Wenn zum Beispiel ein Handwerker etwas falsch gemacht hat und es deshalb zu einem Unglück kam, können die Versicherungen das Geld von diesem zurückfordern“, erklärt Kuhn. Die Versicherten seien von diesen Auseinandersetzungen aber nicht betroffen. Sie bekämen das Geld in jedem Fall direkt von der Versicherung. Hausbesitzer, die fahrlässig handelten, indem sie etwa Reparaturen hinauszögerten, eine brennende Zigarette liegen ließen oder eine Pfanne auf dem eingeschalteten Herd vergessen würden, seien nicht regresspflichtig. „Es sei denn natürlich, sie hätten den Brand oder die Explosion absichtlich herbeigeführt.“

Wie es zu der Explosion in Donzdorf gekommen ist, kann die Polizei bisher noch nicht sagen. Brandsachverständige der Polizei untersuchen den Unglücksort und die Umgebung und versuchen der Ursache auf die Spur zu kommen. Sie sprechen auch mit Nachbarn und anderen Zeugen, wie ein Sprecher der Polizei berichtet. Wie lange die Ermittlungen dauern, ist offen.

Die schwer verletzte Bewohnerin ist nicht in Lebensgefahr

Die 71-jährige Bewohnerin des Hauses, die bei der Explosion schwer verletzt wurde, ist der Polizei zufolge nicht in Lebensgefahr. Wie lange sie im Krankenhaus bleiben muss, ist offen. Der Besitzer des angrenzenden Hauses war im Skiurlaub, kehrte aber im Lauf des Sonntagnachmittags zurück, weil er von Angehörigen über das Unglück informiert worden war. Der Rentner, der alleine in dem Haus gelebt habe, sei in einer Einliegerwohnung untergekommen, die ihm Nachbarn angeboten hätten, sagt der Hauptamtsleiter Gerd Reiher. Bei allem Unglück sei er sehr froh darüber, dass die Menschen im Ort zusammenhielten. „Es haben gleich mehrere Nachbarn angeboten, den Rentner unterzubringen“, berichtet Gerd Reiher.

Die Donzdorfer Narrenzünfte hätten von sich aus ihren Narrensprung und eine große Party abgesagt, die für den Sonntag geplant gewesen sei. „Und die Brötchen, die man für die Party vorbereitet hatte, haben sie der Feuerwehr und den Rettungskräften gebracht.“

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