Twitter nimmt zum ersten Mal Tweets von Donald Trump unter die Lupe. Foto: AFP

Zum ersten Mal nimmt Twitter einige Tweets des US-Präsidenten öffentlich kritisch unter die Lupe. Das Ergebnis ist für Donald Trump wenig schmeichelhaft.

Washington - Erstmals hat Twitter einige Kurznachrichten von US-Präsident Donald Trump mit Warnhinweisen versehen und einem Faktencheck unterzogen. Trumps Tweets über eine vermeintliche Betrugsgefahr bei Briefwahlen „enthält potenziell irreführende Informationen über Wahlprozesse“, teilte Twitter am Dienstag mit. Daher seien sie gekennzeichnet und um zusätzlichen Kontext zu Briefwahlen ergänzt worden.

Unter Trumps Kurznachrichten gibt es nun einen Link mit den Worten „Holen Sie sich die Fakten über Briefwahlen“. Dieser führt Nutzer zu einer Twitter-Seite mit einer kritischen Prüfung der Aussagen sowie Nachrichtenartikeln über unbelegte Behauptungen Trumps.

Auf Twitter hatte der US-Präsident zuletzt unter anderem behauptet, dass es der Briefwahl nicht mit rechten Dingen zugehe und Stimmzettel aus Briefkasten „geraubt“ werden könnten. Dem Staat Michigan drohte Trump zuletzt mit einer Blockade von Bundeshilfszahlungen in der Corona-Krise, weil die dortige Verwaltung wegen der Pandemie eine Wahl per Brief unterstützt. Michigan gilt für die Präsidentenwahl im Herbst als mitentscheidend. 2016 hatte Trump dort und im Rest des sogenannten Rust Belts noch knapp gewonnen und sich so den Einzug ins Weiße Haus gesichert.

Trump attackiert Privatbürger

Trump greift auf Twitter wiederholt Verschwörungstheorien auf, bringt selbst Falschinformationen in Umlauf und attackiert Privatbürger und öffentliche Personen gleichermaßen. All dies ist gemäß offizieller Twitter-Regeln verboten. Sanktionen für sein Twitter-Profil gab es bisher indes nicht.

Zuletzt bat ein Witwer den Kurznachrichtendienst öffentlich erfolglos um die Löschung von haltlosen Trump-Tweets, wonach es sich bei einem Unfalltod seiner Gattin im Jahr 2001 um Mord gehandelt habe. Die Ehefrau war eine Mitarbeiterin des Ex-Kongressabgeordneten Joe Scarborough, der nun als TV-Moderator arbeitet und als lautstarker Trump-Kritiker gilt. Trump befeuert die Verschwörungstheorie, dass Scarborough etwas mit dem Tod der Frau etwas zu tun habe. Twitter drückte in einer Antwort gegenüber dem Witwer Bedauern aus, hat bisher aber noch nichts gegen die Tweets unternommen.

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