Dominik Weiß spielt seit 2009 für den TVB Stuttgart. Der dienstälteste Spieler des Handball-Bundesligisten spricht über den Kampf gegen den Abstieg, das System des Trainers und seinen auslaufenden Vertrag.
Im Hinspiel setzte es für den Handball-Bundesligisten TVB Stuttgart gegen die TSV Hannover-Burgdorf ein 22:34-Debakel. Mit einer gelungenen Revanche an diesem Donnerstag (19.05 Uhr/ZAG-Arena) könnte der TVB den Gastgeber mit in den Abstiegskampf hineinziehen. Rückraumspieler und Abwehrspezialist Dominik Weiß schätzt die Lage ein.
Herr Weiß, wie haben Sie die bundesligafreien Tage genutzt?
Wir haben viel trainiert, richtig Gas gegeben – auf dem Spielfeld und im Kraftraum. Allerdings mit einer kleinen Truppe, die wir mit Jugendspielern ergänzt haben.
Wie viele Nationalspieler waren auf Achse?
Egon Hanusz spielte mit Ungarn gegen Deutschland, die Isländer Viggo Kristjansson und Andri Mar Runarsson waren unterwegs, genauso Zarko Peshevski, Samuel Röthlisberger und unser Keeper Miljan Vujovic.
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War Ihr Kapitän Patrick Zieker sehr enttäuscht, dass er nicht im DHB-Kader stand?
Er hat nichts gesagt, und ihm war auch nichts anzumerken. Es hat sich an der Rangfolge auf der Linksaußen-Position nichts geändert. Patrick ist nah dran, der Bundestrainer weiß, dass er sich auf ihn verlassen kann.
„Die Richtung stimmt“
Mit dem TVB geht es am Donnerstag bei der TSV Hannover-Burgdorf weiter. Im Hinspiel…
…haben wir ein Debakel erlebt und mit 22:34 verloren. Das Spiel fiel in eine Phase, in der wir ein paar richtige schlechte Auftritte hatten. Seit der EM-Pause geht es aber in die richtige Richtung, vom Heimspiel gegen den THW Kiel mal abgesehen.
Hannover kannte die Philosophie Ihres Trainers Roi Sanchez aus seiner Zeit dort, inzwischen hat er das System modifiziert. Kommt Ihnen das vor allem als Abwehrchef entgegen?
Wir haben einen Weg gefunden, wie wir über die Abwehr konkurrenzfähig sind. Wir stehen jetzt besser, bekommen weniger Gegentore und haben dadurch nicht den Druck, jedesmal sofort nach vorne rennen zu müssen und gleich wieder einzunetzen.
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War das ein Prozess?
Wir haben am Anfang viel Lehrgeld bezahlt. Klar war dieses neue System mit einem Lernprozess verbunden. Trainer und Mannschaft haben einen Weg zueinander gefunden. Dabei geht es um kleine Anpassungen, um eine gewisse Dosierung des Tempos. Minimale Änderungen wirken sich positiv auf die Effizienz aus.
Wie schwer wird der Klassenverbleib?
Wir dürfen den Flow, den wir uns erarbeitet haben, jetzt nicht abreißen lassen. Dann haben wir gute Chancen, auch noch Teams mit hinten reinzuziehen, die jetzt noch gar nicht in den Rückspiegel schauen.
„Ich muss vorne weggehen“
Sie sind seit 2009 beim TVB und der dienstältestes Spieler im Team. Wie sehr würde ein Abstieg den Verein treffen?
Ein Abstieg wirft einen immer zurück, da gilt es alles neu anzuschieben. Viele meiner Mitspieler kennen Abstiegskampf nicht, es ist meine Aufgabe als erfahrener Spieler, vorne wegzugehen und das Team in die Spur zu bringen.
Ihr Vertrag ist noch nicht verlängert. Täuscht der Eindruck, dass Sie Ihre letzte Saison beim TVB spielen?
Da gibt es nichts vermelden.
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Aber Sie wollen noch nicht in Rente gehen?
Auf keinen Fall. Ich bin 33 Jahre, fühle mich fit, mir macht Handball weiterhin großen Spaß. Ans Karrierende verschwende ich noch keinen Gedanken.
Ihr früherer Mitspieler Manuel Späth wechselte nach Porto. Wäre das Ausland auch für Sie ein Thema?
Das würde ich auf keinen Fall ausschließen. Manu hat da sicher eine gute Entscheidung für sich getroffen (lacht).
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Wie geht’s aus in Hannover?
Wir gewinnen knapp.
Restprogramm TVB Stuttgart
24. März, 19.05 Uhr: TSV Hannover-Burgdorf – TVB
31. März, 19.05 Uhr: TVB – HC Erlangen
7. April, 19.05 Uhr: HBW Balingen-Weilstetten – TVB
21. April, 19.05 Uhr: Rhein-Neckar Löwen – TVB
1. Mai, 16.05 Uhr: TVB – SC DHfK Leipzig
8. Mai, 14 Uhr: GWD Minden – TVB
Noch nicht zeitgenau terminiert:
14. Mai: TVB – SG Flensburg-Handewitt
4. Juni: TVB – TuS N-Lübbecke
8. Juni: HSV Hamburg – TVB Stuttgart
12. Juni: TVB – MT Melsungen
noch offen: TBV Lemgo Lippe – TVB