Die Wohnwagen in „Lovemobil“ sind echt – manche Protagonisten aber nicht. Foto: WDR/NDR/Christoph Rohrscheidt

Dem Dokumentarfilm „Lovemobil“ über Prostituiertenalltag wurden Fälschungen nachgewiesen. Dafür verliert er nun auch seine Grimme-Nominierung.

Marl - Als Reaktion auf bekanntgewordene Unstimmigkeiten bei dem Dokumentarfilm „Lovemobil“ ist dessen Nominierung für den renommierten Grimme-Preis zurückgezogen worden. Die Grimme-Direktorin Frauke Gerlach teilte am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mit: „Nach Kenntnisnahme der massiven Vorwürfe rund um den Film „Lovemobil“ hat die Nominierungskommission entschieden, der Produktion auf Grund schwerwiegender Verstöße die Nominierung zu entziehen.“ Man unterstütze diese Entscheidung der Kommission nachdrücklich.

Am Montag hatte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) den Fall bekanntgemacht. Der öffentlich-rechtliche Sender hatte den Film mitproduziert und sich nun wegen Unstimmigkeiten distanziert. Vorerst wurde er aus der ARD-Mediathek genommen und für Wiederholungen gesperrt. Teile des Films sollen nach NDR-Angaben frei inszeniert worden sein. Demnach soll der Film zwar auf Basis von langjährigen Recherchen der Autorin entstanden sein, zentrale Protagonistinnen des Films schilderten aber nicht ihre persönlichen Erfahrungen, „sondern spielen eine Rolle. Zahlreiche Situationen sind nachgestellt oder inszeniert“.

In „Lovemobil“ geht es um das Leben von Prostituierten in Wohnmobilen am Rande von Bundesstraßen in Niedersachsen. Der Film kam im Frühjahr 2020 in die Kinos und lief auf Festivals. Das NDR Fernsehen zeigte ihn im Dezember.

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