Kann selbstgemachte Sonnencreme gegen UV-Strahlen schützen? Foto: Me dia/Shutterstock.com

Sonnencreme selbst herstellen? Das zeigt TikTokerin und "From scratch"-Queen Nara Smith in einem neuen Video. Eine gute Idee? Das sagen Dermatologen dazu.

Model und Influencerin Nara Smith (22) wurde in den vergangenen Monaten bekannt für ihre TikTok-Videos, in denen sie alle möglichen Gerichte "from scratch", also von Grund auf, zubereitet - von Cornflakes über Mozzarella bis hin zu Kaugummi. Auf TikTok hat Smith, die in Südafrika geboren und in Deutschland aufgewachsen ist, inzwischen mehr als 8 Millionen Followerinnen und Follower. Doch vergangene Woche sorgten sie und Ehemann Lucky Blue Smith (26), ebenfalls Model, nun mit einem neuen Rezept für eine Kontroverse: Das Ehepaar bereitete Sonnencreme selbst - in der Küche - zu.

Dazu vermengen die beiden Kokosöl, Sheabutter, Kakaobutter, Bienenwachs, Jojobaöl und Zinkoxid-Pulver. Am Ende geht es mit dem Gemisch in die Sonne. Eine gute Idee? Nicht wirklich, sagen Dermatologen. Zinkoxid habe zwar einen UV-schützenden Effekt, aber keinen hohen.

Lichtschutzfaktor schwer abzuschätzen

"Zinkoxid wird ja auch in käuflichen Sonnencremes mit mineralischen Filtern eingesetzt. Aber: Um bei einer selbst hergestellten Sonnencreme einen hohen Lichtschutzfaktor zu erzielen, muss man schon recht viel Zinkoxid einsetzen und das bewirkt dann den unerwünschten Weißeffekt", erklärt Dr. Michaela Axt-Gadermann gegenüber der Nachrichtenagentur spot on news. "Um einen hohen Sonnenschutz zu erzielen, muss die Zinkpaste relativ dick aufgetragen werden, sonst ist der UV-Schutz nicht gewährleistet. Kosmetisch ist das für die meisten sicher nicht akzeptabel. Je höher der Schutz, desto mehr sieht man aus, als wäre man in einen Kalkeimer gefallen."

Ein weiteres Problem sei, dass man den UV-Schutzfaktor nicht selbst bestimmen kann. "Man kann nur abschätzen, ob die Creme nun einen Lichtschutzfaktor von 5 oder von 50 hat, kann höchstens vermuten, dass der Faktor hoch ist, wenn die Haut flächendeckend weiß ist", erklärt Dr. Axt-Gadermann.

Auf keinen Fall ätherische Öle in den Sonnenschutz

Besonders gefährlich sind laut der Dermatologin auch einige Rezepturen, die man in den sozialen Medien findet: "Es ist dringend davon abzuraten, ätherische Öle, wie etwa Lavendel- oder Eukalyptusöl, hinzuzugeben. Denn viele ätherische Öle haben ein lichtsensibilisierendes Potential, das heißt, sie machen die Haut deutlich lichtempfindlicher und erhöhen damit sogar das Risiko für Sonnenbrand und UV-Schäden an der Haut."

Wie hoch der Sonnenschutzfaktor in der von Nara und Lucky Blue Smith kreierten Sonnencreme ist, sei schwer einzuschätzen, sagt Dr. Axt-Gadermann. "Mit etwa 5 Prozent Zinkoxid lässt sich ein Lichtschutzfaktor von 2 bis 5 erreichen, mit 10 Prozent Zinkoxid etwa 6 bis 8", erklärt sie. "Darüber hinaus wird es schon kritisch mit der Konsistenz, denn spätestens ab 15 bis 20 Prozent (LSF etwa 12 bis 16) hat man eine dicke Paste, die dann ähnlich wie Penatencreme oder eine andere deckende weiße Wundschutzpaste auf der Haut aussieht."

Wie hoch muss der LSF sein?

Für die meisten Menschen reicht ein solcher Sonnenschutz also keineswegs aus. Der benötigte Lichtschutzfaktor lässt sich anhand des eigenen Hauttyps und des aktuellen UV-Indexes errechnen. Mit einer schnellen Google-Suche den aktuellen UV-Index aufrufen und diesen entsprechend dem Lichttyp multiplizieren - bei Typ 1 (irisch-keltisch) mal vier, Typ 2 (nordisch) mal drei, Typ 3 (Mischtyp) mal zwei und so weiter. Eine Person mit sehr heller Haut bräuchte bei UV-Index 7 zum Beispiel LSF 28 beziehungsweise den gängigen SPF 30.