Fensterputzen leicht gemacht? Das können die Besucher selbst beurteilen. Foto: factum/Granville

Rund 40 Aussteller waren am Wochenende auf der Ditzinger Messe vertreten – ihnen ging es vor allem um Kontaktpflege, das Verkaufen stand im Hintergrund.

Ditzingen - Die Nachfrage der Händler war hoch: Schon sehr früh im Verlauf der anderthalbjährigen Vorbereitung der Ditzinger Messe, die am Wochenende in der Stadthalle stattgefunden hat, war das Gros der Ausstellungsflächen weg. Die Organisatoren haben in der Konsequnez die Bewirtung überwiegend in ein Zelt vor den Türen der Stadthalle verlegt – und damit mehr Platz für die Aussteller geschaffen.

Mehr als 40 von ihnen waren von Freitagnachmittag bis Sonntagabend auf der Messe vertreten, die alle fünf Jahre stattfindet. Kleinere Firmen aus dem Ort waren ebenso dabei wie große Unternehmen, Banken, Handwerker oder Raumausstatter. Die Ehrenamtlichen vom Roten Kreuz haben demonstriert, wie man erste Hilfe leistet, bei Kämpf konnte man durch die Kleiderstangen stöbern, und beim Stand der Fair-Trade-Town – als die sich Ditzingen seit diesem Samstag offiziell bezeichnen darf – gibt es fair gehandelte Bananen, Kaffee und Schokolade.

Für die Aussteller geht es vor allem darum, in Kontakt mit Kunden zu kommen. „Uns geht es um Repräsentation“, sagt Ralph Dettenrieder von Nussbaum-Medien, deren Stand direkt am Eingang war. Verkaufen? Das ist laut Dettenrieder gar nicht das Ziel.

Gewinnspiele und Bonbons sollen die Besucher locken

Das bestätigt auch Gerold Husken von Wüstenrot Immobilien. Es gehe um Gespräche, sagt Husken – um „sehen und gesehen werden“. Viele Besucher schlendern demnach eher ziellos durch die Stadthalle, während andere sich ganz gezielt erkundigen. Um die Menschen – und damit potenzielle Kunden – zum Anhalten zu bewegen, haben sich viele Aussteller für ein Gewinnspiel entschieden. Alle paar Meter, so scheint es, wartet ein Glücksrad am Wegesrand; bei der Stadt Ditzingen kann man etwa einen Gutschein für den Europapark gewinnen – oder einen Einkaufsgutschein für die städtischen Händler. Auch mit Bonbons und Schokolade versuchen die Aussteller zu locken – so auch Heinz Widmann.

Ihn sprechen viele eher zögerlich an, aber Fragen haben seiner Meinung nach doch die meisten. Widmann ist Bestatter, eine seiner Filialen ist in Ditzingen. Schon vor fünf Jahren war das Bestattungsunternehmen bei der Messe in Ditzingen dabei – in den Augen von Heinz Widmann eine gute Erfahrung. Die Idee hatte der Bestatter, nachdem er bei der Kulturnacht in Feuerbach mitgemacht hatte. Auch Widmann geht es um zwanglose Gespräche – und darum, den Besuchern zu etwas mehr Wissen zu verhelfen. „Die Leute haben viele Fragen“, sagt Widmann – und hier auf der Messe, glaubt er, ist die Hemmschwelle niedriger, diese zu stellen, als wenn man dafür extra einen Termin im Bestattungshaus ausmachen muss. Dass die Messe nur alle fünf Jahre stattfindet, hält Heinz Widmann für eine gute Entscheidung: „In fünf Jahren verändert sich vieles.“ Außerdem, mutmaßt Widmann, könne ihr Reiz verlorengehen, wenn sie jedes Jahr stattfände.

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