Das neue Kundenzentrum wird zunächst nicht gebaut. Foto: Simon Granville

Der Bau des Kundenzentrums muss warten, der Maschinenbauer aus Ditzingen plant um. Der strikte Sparkurs angesichts des Umsatzrückgangs zeigt Folgen.

Als vor wenigen Wochen die Abrissbagger anrollten, war das Ende der beiden ältesten Betriebsgebäude von Trumpf besiegelt. Inzwischen sind die beiden einstigen Werkhallen an der Gerlinger Straße abgerissen. Die „Keimzelle“ von Trumpf, wie die ersten Gebäude des Maschinenbauers auch bezeichnet wurden, gibt es nicht mehr. Die Gebäude waren unter der Ägide des verstorbenen Trumpf-Chefs Berthold Leibinger entstanden. Die Verwaltung hat ihren Sitz längst in einem Gebäude wenige Meter entfernt, Betriebsgebäude befinden inzwischen auf dem Areal sowie auf dem Firmengelände jenseits der Gerlinger Straße. Die beiden Flächen westlich und östlich der Straße sind oberirdisch durch den markanten Trumpf-Steg verbunden, unterirdisch über ein Tunnelsystem.

 

Das Baufeld ist eingeebnet. Auf der laut knapp zwei Fußballfelder großen Fläche ist ein neues Kundenzentrum geplant. Doch „das Projekt wird sich verschieben“, sagt ein Firmensprecher auf Nachfrage. Begründet wird dies mit der wirtschaftlichen Situation. Der Umsatz ist zuletzt eingebrochen, Erlöse und Auftragseingang zurückgegangen. Unternehmenschefin Nicola Leibinger-Kammmüller steuert mit einem rigiden Sparkurs dagegen, der auch einen Stellenabbau umfasst.

Interimsnutzung soll Mitarbeitern dienen

Die Pläne für ein Kundenzentrum sind deshalb erst einmal hinten angestellt. Für die rund 13 000 Quadratmeter große Fläche ist nun eine Interimsnutzung vorgesehen: Geplant wird laut dem Unternehmen eine kleine Parkanlage für die Mitarbeiter, auch die Gewinnung regenerativer Energien über eine Photovoltaikanlage soll auf der Fläche möglich sein. „Es wird eine Nutzungsfläche für Mitarbeiter“, sagt der Unternehmenssprecher, zumal dort auch WLAN funktioniert. Der Park soll sich – wenn die ursprünglichen Pläne umgesetzt werden – leicht umbauen lassen, die Bäume versetzt werden können.

Trumpf, nach eigenen Angaben einer der Markt- und Technologieführer bei Werkzeugmaschinen und Lasern für die industrielle Fertigung, hatte geplant, einen hohen zweistelligen Millionenbetrag in das Kundenzentrum zu investieren. Die Pläne des Büros Barkow Leibinger sehen ein „markantes, von der Autobahn sichtbares Kundenzentrum“ vor, wie es der Architekt vor geraumer Zeit bei der Vorstellung der Pläne im Ditzinger Gemeinderat formulierte.

Nicola Leibinger-Kammüller Foto: Trumpf Gruppe

In dem geplanten Kundenzentrum soll gebündelt werden, was im Rahmen des über die Jahrzehnte gewachsenen Firmensitzes auf mehrere Gebäude verteilt ist. In dem neuen Kundenzentrum sollen die Produkte als auch die Anwendung der Produkte in moderner Industrieumgebung gezeigt werden, hieß es anlässlich der Vorstellung der Pläne. „Die Marke Trumpf wird im Inneren erlebbar“, sagte ein Firmensprecher.

Ursprünglich für 2026 geplant

Aus dem Büro Barkow Leibinger heißt es dazu, „die Vertikalisierung der Fabrik bedeutet nicht einfach höher zu bauen, sondern Büros, Produktion, Ausstellungs- und Veranstaltungsräume intelligent über verschiedene Ebenen im Gebäude zusammenzuführen: Was früher auf verschiedene Gebäude verteilt war, soll nun vertikal zusammengefasst werden“.

Die sechsgeschossige Fabrik sei mit einer „intelligenten Glasfassade ummantelt. Die von Barkow Leibinger entwickelte Vorhangfassade ist dreifach verglast und enthält transluzente Fotovoltaikzellen, die es dem Gebäude ermöglichen, seinen eigenen Strom zu erzeugen. Ursprünglich sollte das Gebäude 2026 soll in Betrieb gehen.