In Ditzingen wird es keinen Energiemanager geben. Alternativen werden überlegt. Foto: Pascal Thiel

Nachdem es keinen Verantwortlichen fürs Energiesparen geben soll, wird das weitere Vorgehen diskutiert. Die SPD fordert, das Thema nicht unter den Tisch fallen zu lassen.

Ditzingen - Nachdem es der Ditzinger Ausschuss für Technik und Umwelt abgelehnt hat, einen Klimaschutzmanger einzustellen, hat die SPD im Gemeinderat angeregt, Alternativen zu suchen. „Wir müssen uns darum kümmern, damit es nicht im Alltagsgeschäft untergeht“, forderte Erika Pudleiner, das Thema nicht zu vernachlässigen. Sie regte den Beitritt der Stadt zur Energieagentur des Kreises an.

Die Sozialdemokratin erinnerte daran, dass es sich der Landkreis zum Ziel gesetzt habe, bis ins Jahr 2050 die Klimaneutralität zu erreichen. „Dem trägt man nicht genügend Rechnung, wenn man keinen Kümmerer hat“, meinte sie. Aktivitäten sind klimaneutral, wenn sie keine Treibhausgase verursachen. Deshalb geht es bei Klimaneutralität auch darum, die Emissionen auf ein Minimum zu reduzieren.

Die Stadtverwaltung hatte vergangene Woche im Ausschuss für Technik und Umwelt vorgeschlagen, die Stelle eines Klimaschutzmanagers auszuschreiben. Um die Zeit der Personalsuche zu überbrücken, sollte den Vertrag über das Kommunale Energiemanagent mit den eigenen Stadtwerken um ein Jahr verlängert werden. Den Klimaschutzmanager lehnte der Ausschuss mehrheitlich ab. Die CDU hatte gegen einen bei der Stadt angestellten Klimaschutzmanager argumentiert, stattdessen auf andere Projekte zum Klimaschutz gesetzt. Schließlich bestünde die Gefahr, dass der Klimaschutzmanager zum Bestandteil des Systems, also der Verwaltung werde. Viel wichtiger sei doch, den Blick über den Tellerrand hinaus zu bewahren. Sein Fraktionskollege Konrad Epple hingegen plädierte vor allem dafür, die Verbraucher zu sensibiliseren, um auf diese Weise den Verbrauch zu senken.

Dafür warb auch der Freie Wähler Martin Schmid. Wichtig sei doch, dass das Problem erkannt und entsprechend danach gehandelt werde. Man müsse die Menschen zudem dafür sensibilisieren, energiesparende Geräte zu kaufen. „Dass man extra jemanden anstellt, finde ich nicht richtig.“

Unmut löste im Gemeinderat auch die Kostenabrechnung für die sanierte Wärmeversorgung im Rathaus aus. Der CDU-Rat Rolf Feil hinterfragte den Nutzen des Planungsbüros. Das habe 95 000 Euro bekommen. Gleichwohl habe man viel Geld ausgegeben, weil die Anlage während der Sanierung monatelang im Handbetrieb gelaufen sei. Das hätte man steuern können. „So etwas gehört im Vorfeld abgeklärt.“ Der Oberbürgermeister Michael Makurath mahnte zur Zurückhaltung, so lange der Verursacher nicht eindeutig feststehe.

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