Ditzingen hat sich dem im Landkreis Ludwigsburg neu gegründeten Bündnis für Demokratie und Menschenrechte angeschlossen. Im Nachbarkreis Böblingen ist man bereits ein paar Schritte weiter.
Vom Land in die Landkreise, danach soll die Idee, die mit dem Bündnis für Demokratie und Menschenrechte verbunden ist, in die Kommunen weitergetragen werden: Das Bündnis hat sich zur Aufgabe gemacht, das Engagement gegen Hass und Hetze auf lokaler Ebene in die breite Gesellschaft zu tragen und zugleich an der Demokratiebildung beziehungsweise -stärkung mitzuwirken.
Nach der Gründung eines solchen Bündnisses im Landkreis Ludwigsburg hatte die Ditzinger Stadtverwaltung dem Gemeinderat empfohlen, den Beitritt der Großen Kreisstadt mit einem Beschluss zu bekräftigen – was dann auch geschah. Der Gemeinderat folgte der Empfehlung in seiner jüngsten Sitzung. Die Vereine, Schulen, Parteien und Unternehmen sollen über die gemeinsame Erklärung des Bündnisses in Kenntnis gesetzt und zur Teilnahme an Veranstaltungen aufgerufen werden.
Bündnis im Kreis Ludwigsburg ist auch eine Verpflichtung
Das Bündnis im Kreis Ludwigsburg war Ende Februar gegründet worden. Vertreter aus Kirchen und Religionsgemeinschaften, Verbänden, Landkreisen und Kommunen sowie staatlichen Institutionen, Vereinen und Parteien hatten daran teilgenommen. Dabei war vereinbart worden, dass die Erklärung des gleichnamigen Bündnisses des Landes grundsätzlich als gemeinsame Position übernommen werden sollte. Das Bündnis plant in den kommenden Monaten Aktionen und Veranstaltungen zur Demokratie.
Im Nachbarlandkreis Böblingen wird die Entwicklung in Ludwigsburg mit großem Interesse verfolgt – erste Kontakte sind schon geknüpft worden. Schließlich ist man im Kreis Böblingen einige Schritte weiter. „Das Bündnis heißt bei uns nur anders“, sagt Harald Grumser. Im September 2022 wurde aus der Initiative der gemeinnützige Verein „Landkreis Böblingen bleibt bunt“ gegründet. Grumser ist Vorstandsmitglied. Er vertritt die Unternehmer in dem breiten Bündnis. Die Themen, die damals anstanden, seien mit jenen heute und mit jenen, die im Landkreis Ludwigsburg im Fokus stünden, nahezu deckungsgleich: Anti-Rassismus,Teilhabegerechtigkeit, Schutz der Demokratie. „Es ist eine tolle Community von Unterstützern“, sagt Grumser über die Art und Weise, wie die Anliegen des Vereins weitergetragen werden.
Grumsers Ziel ist es, alle Kommunen des Landkreises dafür zu gewinnen – um damit auch nach außen hin zu signalisieren, „ein Landkreis mit hoher Willkommenskultur zu sein“. Im Kontext des Fachkräftemangels gebe es schließlich nicht nur eine Konkurrenz der Kommunen, sondern auch der Landkreise untereinander.
Zentrale Veranstaltung des Bündnisses ist die Internationale Woche gegen Rassismus: Eben erst zu Ende gegangen, fanden – in diesem Jahr zum vierten Mal – mehr als 50 Veranstaltungen im Kreis Böblingen statt.
Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Einrichtung einer Antidiskriminierungsstelle des Landkreises. Der Verein werde sie betreiben, sagt Grumser. Anderthalb Vollzeitstellen werden vom Land, dem Landkreis und dem Verein finanziert.
Die Stelle soll im Sommer ihre Arbeit aufnehmen, ihren Sitz hat sie im AI-Express, dem Innovationszentrum des Landkreises in Böblingen.