Neben einem vom Land geforderten zusätzlichen Tiefbahnhof in Stuttgart könnten noch weitere lange Bahntunnel in der Region entstehen. Ein Überblick über die diskutierten Varianten.
Stuttgart - Die Idee für Stuttgart 21 ist mehr als 25 Jahre alt, seit gut elf Jahren wird daran gebaut. In dieser langen Zeit sind immer wieder Ideen aufgekommen, wie der Bahnknoten weiter ausgebaut werden könnte. Eine Übersicht:
Gäubahntunnel Der rund 11 Kilometer lange Tunnel ist vom Bund vorgeschlagen worden. Die Röhre, die bei Sindelfingen an der bestehenden Gäubahn beginnt und zum Flughafen führt, ist Teil eines Ausbaukonzeptes, mit dem der Bund das Schienennetz für einen Taktfahrplan, den sogenannten Deutschland-Takt, fit machen möchte. Gutachter haben dem Vorhaben Wirtschaftlichkeit attestiert. Allerdings fehlt eine verbindliche Finanzierungszusage vom Bund. Die haben die Stuttgart-21-Projektpartner unter anderem zur Voraussetzung gemacht, dass überhaupt über eine Änderung der Projektpläne auf den Fildern gesprochen wird. Die sehen vor, dass Gäubahnzüge über eine neue Kurve bei Rohr und die bestehende S-Bahnstrecke in die um ein Gleis ergänzte Station am Flughafen fahren.
Neuer Nordzulauf Auch im Norden der Stadt könnte ein weiterer Bahntunnel entstehen. Dieser sogenannte neue Nordzulauf geht ebenfalls auf die Überlegungen zum Deutschland-Takt zurück. Dadurch soll zusammen mit anderen Maßnahmen die Fahrzeit zwischen Stuttgart und Mannheim weiter reduziert werden. Der Tunnel würde auf Höhe der A 81 an der Schnellfahrstrecke Stuttgart-Mannheim beginnen und in den Feuerbacher Tunnel übergehen, der im Zuge von Stuttgart 21 derzeit in Bau ist. Dieser müsste für den Anschluss aber wieder außer Betrieb genommen werden, weswegen zunächst die sogenannte P-Option verwirklicht würde.
P-Option Dieses zusätzliche kurze Tunnelstück wurde bereits beim Bau des Cannstatter Tunnels vorbereitet. Es erlaubt, Züge aus diesem Tunnel auch in Richtung Feuerbach zu leiten. So könnten während der Bauzeit des neuen Nordzulaufs die Züge aus Mannheim, Karlsruhe und Heilbronn weiterhin in den Tiefbahnhof fahren, auch wenn der Feuerbacher Tunnel baubedingt gesperrt ist.
Bereits umgesetzt Außerhalb von Stuttgart wurden die ursprünglichen Pläne des Bahnprojekts bereits an zwei Stellen geändert. Bei Wendlingen wird die Verknüpfung der Neubaustrecke mit der Neckartalbahn zweigleisig ausgeführt. Ursprünglich war dort nur ein Gleis vorgesehen. Bei Merklingen auf der Schwäbischen Alb wurde auf Druck der dortigen Gemeinden ein ursprünglich nicht vorgesehener Halt für Züge des Regionalverkehrs gebaut.