Verkehrsminister Winfried Hermann plant eine Ergänzungsstation in Stuttgart – auf Flächen, die der Stadt gehören. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Man kann und muss den weiteren Ausbau des Schiennetzes rund um Stuttgart diskutieren. Die Art und Weise, wie das Verkehrsministerium dabei aber mit der Stadt Stuttgart umspringt, ist taktlos, kommentiert StN-Titelautor Christian Milankovic.

Stuttgart - Das Land, allen voran der grüne Verkehrsminister Winfried Hermann, ergeht sich seit Längerem in Überlegungen darüber, wie die Stadt Stuttgart mit weiteren Schienenstrecken zu beglücken wäre. Der Haken an der Sache: Die Fläche, die Hermann da so mir nichts, dir nichts überplant, gehören der Stadt.

 

Nun kann man über die Notwendigkeit eines zusätzlichen Tiefbahnhofs in der Stadt geteilter Meinung sein. Aber um sich eine solche Meinung bilden zu können, sollten alle Beteiligten auf demselben Informationsstand sein. Und hier beginnen die Taktlosigkeiten aus dem Hause Hermann. Die seit Ende März vorliegende Machbarkeitsstudie wollte man keinesfalls vor Ende der Koalitionsgespräche veröffentlicht wissen – und ist mit diesem Plan baden gegangen. Zähneknirschend hat Hermann das Papier ans Rathaus weitergeleitet – aber die Plananlagen zurückgehalten. Den Stadträten durfte die Machbarkeitsstudie nicht gezeigt werden. Eine Geheimniskrämerei, die womöglich nicht nötig wäre, wenn die Studie nicht eine Vielzahl an Problemen benennen würde.

Hermanns Projekt Ergänzungsstation ist schon auf den ersten Metern aus den Gleisen gesprungen. Die Vorgehensweise des Ministers gegenüber der Stadt jedenfalls kommt einer Entgleisung gleich.

christian.milankovic@stuttgarter-nachrichten.de