Fällen oft fast einstimmige Entscheidungen: Peter Rauscher, Albrecht Braun, Susanne Wetterich, Dorothee Kraus-Prause, Harald Raß, Rainer Gessler (v. li.). In der Mitte hakt Moderator Thomas Durchdenwald nach. Foto:  

Unter bis zu fünf Wahlen geht es am 26. Mai auch um die Regionalversammlung. Die was? Das Gremium, das vor allem über die S-Bahn bestimmt. Eine Podiumsdiskussion hat jetzt gezeigt, warum Entscheidungen dort oft einstimmig fallen.

Stuttgart - Nicht einmal die Hälfte der Bevölkerung im Ballungsraum hat den Namen Verband Region Stuttgart schon einmal gehört, hat eine Umfrage 2018 ergeben. Bei einer Diskussion am Montagabend im Haus der katholischen Kirche bekommt man einen Eindruck davon, warum das so ist. Zum einen kann sich Moderator Thomas Durchdenwald, Redakteur unserer Zeitung, aus gerade einmal drei Themen bedienen, bei denen der Verband etwas zu sagen hat: S-Bahn, Raumplanung, Wirtschaftsförderung. Zum anderen entsteht mehr Spannung aus Durchdenwalds Beharrlichkeit, Antworten auf seine Fragen zu bekommen, als durch unterschiedliche Meinungen.

Da ist sie, die Uneinigkeit

So hindert der Moderator die Regionalräte Susanne Wetterich (CDU), Dorothee Kraus-Prause (Grüne), Harald Raß (SPD), Rainer Gessler (Freie Wähler), Peter Rauscher (Linke) und Albrecht Braun (FDP) daran, beim Thema unpünktliche S-Bahnen die Schuld nur bei der Bahn zu finden. Rauscher bekennt, dass man den nächsten S-Bahn-Vertrag besser aushandeln müsse. Fast alle Diskutanten wähnen sich auch als Opfer des eigenen Erfolgs. Wetterich verwies darauf, dass heute mehr als doppelt so viele Menschen durch den Innenstadttunnel transportiert werden als ursprünglich gedacht. Zeit für eine zweite S-Bahn-Röhre unter der Innenstadt, wie sie FDP-Mann Braun fordert? „In 26 Meter Tiefe“, kontert Harald Raß – also noch unter Stuttgart 21, „halte ich das für illusorisch.“ Immerhin eine Uneinigkeit.

Bei der Frage, wie die Region dafür sorgen kann, dass im Ballungsraum mehr Flächen für Wohnungsbau genutzt werden, gibt es weitere. Der Regionalplan bremse den Wohnungsbau, meint Gessler; im Gegenteil, er enthalte genug Reserven, die die Kommunen aber nicht nutzten, findet Kraus-Prause. SPD-Fraktionschef Raß denkt deshalb sogar darüber nach, die Flächennutzungspläne der Städte und Gemeinden verfallen zu lassen. „Das erzeugt dort nur Frust“, sagt Gessler. Die Diskussion gewinnt an dieser Stelle an Fahrt.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: