Die Modekette Primark – hier eine Filiale in Berlin – steht in der Kritik. Foto: dpa-Zentralbild

Die Modekette Primark steht wegen eines BHs für Grundschulkinder in der Kritik. Der Konzern selbst hat dazu jedoch eine ganz eigene Meinung.

Dublin - Die irische Modekette Primark steht mal wieder in der Kritik. Doch dieses Mal geht es nicht um die Arbeitsbedingungen, unter denen die günstige Kleidung produziert wird. Für Wirbel sorgt aktuell ein BH für Mädchen ab sieben Jahren. Wie der „Evening Standard“ berichtete, seien die BHs im Doppelpack für fünf Pfund (etwa 5,60 Euro) in den britischen Primark-Filialen erhältlich. Empörte Kunden äußerten sich in den sozialen Netzwerken. Sie werfen dem Unternehmen Sexualisierung von Kindern vor.

Twitternutzerin MissTylerB etwa kritisiert, dass die BHs gepolstert sind. Sie empört sich in ihrem Tweet darüber, dass die „My first bra“- Kollektion für Sieben- bis Dreizehnjährige gedacht ist.

Nutzerin ChristianeOMahony fordert Primark auf, den Verkauf zu stoppen. Sie hält die BHs für unangemessen, gefährlich und schlicht falsch.

Ob dazu auch noch passende Tangas verkauft werden, fragt Twitter-Nutzer William Harding. Er hält das Ganze für „Bloody sick!“ („Verdammt krank!“).

Primark: „Verkauf ist eine normale Praxis.“

Das Unternehmen selbst teilte auf Anfrage mit, die BHs seien ausschließlich formgebend und nicht gepolstert. Eine optische Vergrößerung sei nicht vorgesehen. Diese Produktart formgebender BHs ist dem Statement zufolge weit verbreitet und der Verkauf eine normale Praxis im Einzelhandel.

Ein Unternehmenssprecher betont weiter: „Die „My first bra“-Produktreihe hat eine stützende Funktion und dient dem Tragekomfort, ist dabei im Design zurückhaltend und entspricht den Richtlinien für Kinderbekleidung des British Retail Consortiums (BRC).“ Das BRC ist ein Wirtschaftsverband von Einzelhandelsunternehmen, dem unter anderem auch H&M UK, Abercrombie & Fitch sowie Deichmann Shoes UK angehören.

Bereits 2010 war Primark für seine Kindermode kritisiert worden. Damals wurden Bikinis mit Polsterung angeboten. Nach Protesten, in die sich unter anderem der damalige britische Premierminister David Cameron einschaltete, wurde der Verkauf jedoch eingestellt.

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