Der Sport legt die Spur: Klare Ansage der Ludwigsburger Basketballer Foto: Baumann

Rassismus, Diskriminierung, Mobbing. Ein Teil des Alltags in vielen Schulen. „Weil die Lehrenden oft nicht intensiv genug im Umgang mit diesen Themen geschult werden“, sagt die Soziologin Nkechi Madubuko.

Stuttgart - Man braucht kein Psychologe zu sein, um zu ahnen, was Diskriminierung für Kinder und Jugendliche bedeutet: Solche Erfahrungen nagen am Selbstbewusstsein, sie hemmen die Entwicklung der Persönlichkeit und stören die soziale Bindung. Nkechi Madubuko sagt: „Jedes Kind soll sich wahrgenommen und akzeptiert fühlen.“

Kinder und Jugendliche stärken

Die promovierte Soziologin untersucht seit Jahren, wie Kinder und Jugendliche ihre Rassismuserfahrungen verarbeiten, wie man sie davor schützen und dagegen stärken kann. Über die Ergebnisse hat sie in Fachkreisen viel beachtete Bücher und Aufsätze geschrieben – ihr neuestes Werk: „Em­powerment als Erziehungsaufgabe. Praktisches Wissen für den Umgang mit Rassismuserfahrungen.“

An diesem Dienstagabend spricht Nkechi Madubuko in der Stuttgarter Stadtbibliothek (19 Uhr) über das Thema, das ihr zum Herzensanliegen geworden ist. Empowerment – auf Deutsch: Stärkung – bedeutet für die Betroffenen unter anderem, sich von verinnerlichten Stereotypen frei zu machen, sich selbst zu definieren, und dies unabhängig von Zuschreibungen einer Gesellschaft, die bestimmte negativ belegte Narrative, also Geschichten, vor allem mit dem Thema Migration verknüpft. Es ist letzten Endes auch ein Kampf um gesellschaftliche Anerkennung und Teilhabe.

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