In Richtung der Bäume links hinter dem bestehenden Markt auf der Grünfläche soll der neue Aldi-Markt entstehen. Foto: Werner Kuhnle

Der Discounter möchte in der Stadt im Kreis Ludwigsburg seine Verkaufsfläche deutlich erweitern. An den Behörden dürften die Pläne nicht scheitern.

Der Freiberger Stadtteil Heutingsheim verfügt mit Aldi in der Weidengasse am Ortsausgang in Richtung Ludwigsburg über genau einen Supermarkt. Bitter wäre es deshalb, wenn der Discounter seine Erweiterungsabsichten an anderer Stelle in die Tat umsetzen würde. Doch dazu dürfte es nicht kommen. Alle Zeichen stehen mittlerweile auf Grün, dass das Unternehmen direkt neben dem bestehenden Markt einen Neubau im Gebiet Fuchsloch errichten lassen kann.

 

Wichtig war dabei nicht zuletzt das Okay vom Verband Region Stuttgart (VRS). Der Planungsausschuss des VRS hatte sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem Sachverhalt beschäftigt. Die Angelegenheit war in dem Gremium zur Prüfung gelandet, weil es eigentlich nicht erwünscht ist, dass sich Einzelhandelsbetriebe in dieser Größe abseits des Siedlungskerns etablieren. Der Ausschuss erteilte aber letztlich in der Causa Aldi über ein so genanntes Zielabweichungsverfahren sein Einverständnis. Die Stadt hatte glaubhaft nachgewiesen, dass es auf der Gemarkung keinen besseren Standort für das Vorhaben gibt.

Stadt bereitet einen maßgeschneiderten Bebauungsplan vor

Die Kommune selbst bringt parallel einen auf das Vorhaben bezogenen Bebauungsplan auf den Weg, sodass dem Spatenstich bald nichts mehr im Wege stehen dürfte.

Der Freiberger Bürgermeister Jan Hambach erläutert, was es mit der Aldi- Erweiterung auf sich hat. Foto: Archiv (Werner Kuhnle)

Wie der Freiberger Bürgermeister Jan Hambach berichtet, soll in dem Neubau eine Verkaufsfläche von 1400 Quadratmetern bereitstehen. Das seien 420 Quadratmeter mehr als bislang. „Die Verantwortlichen sagen, sie brauchen mehr Fläche, um konkurrenzfähig zu sein. Außerdem geht es darum, die Angebotspalette moderner darzustellen“, erklärt der Rathauschef.

Das betreffende Grundstück habe sich das Unternehmen bereits gesichert. Ausgeklammert sei jedoch das Haus neben der Wiese. „Das kann bestehen bleiben“, sagt Hambach. Der alte Aldi werde nach der Eröffnung des neuen abgerissen, das Areal aber nicht brach liegen. „Ein Teil der Parkplätze soll hier angelegt werden. Zusätzlich bleibt eine Fläche mit ungefähr 2500 Quadratmetern übrig, auf der ein Gewerbebetrieb angesiedelt werden soll“, erklärt Hambach.

Anfrage eines Fahrradhändlers

Aktien hatte dabei offenbar zuletzt ein Fahrradladen. Vor einigen Jahren habe es die Anfrage eines Händlers aus diesem Bereich gegeben, berichtet Hambach. Man wisse aber nicht, ob das Anliegen noch aktuell ist. „Zuerst wollen wir klären, ob wir oder Aldi die Gewerbefläche vermarktet“, erläutert der Rathauschef.

Gut möglich ist zudem, dass man in Zukunft auffällig viele kleine Kinder an der Hand ihrer Eltern über das Gelände spazieren sehen wird. Das würde dann daran liegen, dass auf dem Dach des Neubaus eine drei- bis viergruppige Kita untergebracht werden könnte. Ein Trend, der aktuell in mehreren Kommunen zu beobachten ist. „Zu dem Thema sind wir mit Aldi in der Abstimmung. Über die Mietkonditionen und das Raumprogramm müsste man sich ebenfalls einig werden“, erklärt der Rathauschef.

Es stehe folglich noch nicht final fest, dass wirklich eine Kita auf dem Dach entsteht. Alternativ seien auch Büroräume oder Ähnliches denkbar. So oder so müsse man anstreben, das Gebäude effizient zu bespielen – wenn man schon neue Fläche versiegele.

Wann die Bagger auf dem Gelände anrücken, ist unklar. In der aktuellen Planungsphase könne man keine konkreten Termine liefern, erklärt Carolin Sunderhaus aus der Kommunikationsabteilung von Aldi-Süd.