Penny schärft mit seiner Aktion „wahre Preise“ den Blick auf die Umweltschäden der Lebensmittelproduktion. Das dient dem eigenen Image, aber auch einer wichtigen Diskussion, meint unser Wirtschaftsredakteur Daniel Gräfe.
Natürlich ist es vor allem eine Marketingaktion, wenn Penny die Verbraucher über die „wahren Kosten“ von Lebensmitteln informiert. Penny inszeniert sich damit als ein Discounter, der sich für Nachhaltigkeit und Klima einsetzt. Die großen Konkurrenten Lidl und Aldi liegen bei diesen auch umsatzstarken Trendthemen in der öffentlichen Wahrnehmung weit vor der Rewe-Tochter, die noch immer an ihrem Billig-Image von einst zu knabbern hat. Um dieses zu ändern, muss Penny sich mit ungewöhnlichen Maßnahmen erst einmal ins Bild schieben.
Die Folgekosten für Umweltschäden sind tatsächlich hoch
Doch die Aktion lohnt einen zweiten Blick. Tatsächlich verursacht die Lebensmittelproduktion gravierende Folgeschäden – seien es der Methanausstoß von Rindern, Düngemittel im Grundwasser oder gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Pestizide. Rechnete man diese mit ein, könnte der Mozzarella wie bei Penny statt 0,89 Euro 1,55 Euro und die Wiener Würstchen 6,01 Euro statt 3,19 Euro kosten. Hier schafft Penny mit den „wahren Preisen“ mit neun Produkten eine Woche lang Raum für Diskussion.
Dafür auch Lösungen zu finden, ist äußerst schwer – nicht nur weil Lebensmittel erschwinglich bleiben müssen. Jedes Glied der Produktionskette verursacht Umweltschäden, und auch Bio trägt bei tierischen Lebensmitteln dazu bei. Hersteller veganer Produkte jedoch sehen sich bestätigt: Der „wahre Preis“ eines Weizenproteinschnitzels verteuert sich bei Penny nur um 14 Cent.