Dimitrios Diamantidis in seinem Dimi’s Diner in Sindelfingen Foto: Eibner-Pressefoto/Andreas Ulmer

Vor zehn Jahren sattelte Dimitrios Diamantidis um auf „American Food“ – seither hat er mit großem Erfolg viele leckere Speisen kreiert. Zum Beispiel den Phillycheesesteakburger.

Mehr Burger geht wohl kaum – im wahrsten Sinne des Wortes: Mit Geschmack, viel Fantasie, gastronomischer Erfindungsgabe und großem Fleiß sticht Dimitrios Diamantidis seit nun zehn Jahren die Burger-Shops weit und breit aus. Jede Woche kommt bei ihm ein Burger eigener Kreation auf die Karte – für sieben Tage oder weniger, denn manch ein Burger ist schnell ausverkauft. Andere kehren wieder. In der 24. Woche des Jahres 2025 ist es der 406. Spezial-Burger in der Geschichte von „Dimi’s Diner“.

 

Dimitrios Diamantidis ist Sohn eines griechischen Einwanderers, der in den 1960er Jahren in den Stuttgarter Raum kam und eine deutsche Frau heiratete. Sein Vater unterhielt zunächst ein kleines Lebensmittelgeschäft in Stuttgart-Möhringen; 1970, als Dimitrios geboren wurde, zog die Familie nach Sindelfingen. Das schmale Haus in der Planie 7, in dem sich nun Dimi’s Diner befindet, war ursprünglich eine Scheune, wurde vom Vater umgebaut.

Der Elektriker übernimmt den väterlichen Betrieb

Erst, sagt Dimitrios Diamantidis, habe sich darin eine Kneipe befunden, in der Männer sich trafen, Kaffee tranken, Backgammon spielten, Politik diskutierten. Sein Vater erwirkte schließlich eine Zulassung zum Gastronomiebetrieb und bot griechische Speisen an. Dimitrios absolvierte eine Lehre als Elektriker, entschloss sich dann aber, den väterlichen Betrieb zu übernehmen. Das ging lange gut. 27 Jahre.

Dann entdeckten die Deutschen den Döner. Eine Gyrosbude nach der andern gab auf. „Ich war der letzte“, sagt Dimitrios Diamantidis, „und ich konnte den Laden nicht mehr halten, obwohl ich alles selber gemacht habe, die Spieße, das Zaziki. Aber die Leute wollten den Döner. Zum ersten Mal musste ich zum Arbeitsamt gehen. Dort machten sie einen Test und sagten mir: Fangen Sie bei McDonalds an! Und ich habe gesagt: Das mache ich nicht!“

Einer der originellsten Streetfood-Hot-Spots der Region

Stattdessen begann Dimitrios Diamantidis nachzudenken. Er entwickelte ein Konzept für seinen Laden, er entwickelte ein Logo. Er setzte auf „American Food“, gab dem aber einen ganz individuellen Geschmack. Unterstützt durch seine Töchter erfand sich der ehemalige Gyros-Spezialist neu und machte aus seinem Ladengeschäft einen der originellsten Streetfood-Hot-Spots der Region. „Wir haben uns erst einmal umgesehen, in den Stuttgarter Burger-Läden“, sagt Dimitrios Diamantidis. „Und dann habe ich eine Liste von 200 Burgern aufgeschrieben, die ich machen könnte.“

Notiert hat er sich auch jeden der vielen Burger, die folgen sollten: „Ich habe Bücher, ganz viele Bücher!“ Dass er selbst sich nicht langweilt, als Burger-Macher, das ist Dimitrios Diamantidis so wichtig wie die Qualität seiner Speisen. Alle Soßen bereitet er selbst zu – die Menge der Zutaten, die seinen Imbiss füllen, ist groß, Gewürze stehen auf vielen Regalen. Kommt frisches Obst in die fruchtige Soße, dann stammt es vom Sindelfinger Markt, soll sie scharf sein, sind selbst gezogene Habaneros mit dabei.

Mango-Burger und Erdnussbutter-Speck-Burger

Einmal, vor zehn Jahren, holte Dimi’s Diner sich den zweiten Platz beim Chili & Barbecue-Festival in Hannover. Dass es nicht die Nummer eins wurde, das lag, wie Tochter Tina Weber erzählt, nur daran, dass eine wichtige Zutat saisonal nicht gut verfügbar war: die Mango nämlich, die nicht fehlen darf, beim beliebtesten Burger, dem „Mango-Burger“. Dimitrios Diamantidis bekommt die Frucht über ein kirchliches Projekt, das Menschen in Burkina Faso unterstützt, und er schwört: „Wenn du die einmal gegessen hat, dann willst du keine andre mehr!“ Ein anderer Klassiker: die Melonen-Sauce.

Wenn es noch ruhig ist, reicht es Dimi auch mal zu einem Schwätzchen. Foto: Eibner-Pressefoto/Andreas Ulmer

Besondere Burger-Favoriten sind der „Phillycheesesteakburger“, für den fein geschnittenes Fleisch mit Zwiebeln und Paprika vermengt mit zweierlei Soße serviert wird. Oder, ein ganz besonderer Gaumenschmaus: Der Erdnussbutter-Speck-Burger, der auch Tina Weber so gut mundet, dass sie eine Variante mit veganem Speck kreierte.

Lange Back-Galerie mit Burgern vergangener Tage

Auf der Website zu Dimi’s Diner gibt es eine lange Back-Galerie mit Burgern vergangener Tage, die den Betrachtern erfindungsreich das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Ein ungewöhnliches Highlight ist der „Marshmallow-Burger“, bei dem flambierte Marshmallows und Blaubeersauce mitspielen – ein „Hype“ bei Dimi’s Diner, ein Gericht, nach dem viele verlangen und das der Wirt vielleicht auch gerne auf Wunsch zubereitet: „Wir haben immer Marshmallows im Haus. Man kann mit uns reden.“

Dimitrios Diamantidis begrenzt die Auflage seiner Spezial-Burger zumeist auf 50 Exemplare. Sein reguläres Angebot ist ebenfalls groß und die vegetarische oder vegane Karte umfangreich. Der Wirt mit dem unerschöpflichen Wissenshunger bildete sich weiter, ist längst auch ein versierter Könner der Zubereitung von Sushi und Steaks – Dimitrios Diamantidis veranstaltete Kurse und spezielle Abende, fand dazu aber leider seit der Corona-Krise keine Gelegenheit mehr.

Manchmal aber kommt auch das griechische Gyros wieder auf den Tisch, so zubereitet, wie Dimitrios Diamantidis es von seinem Vater lernte. Längst gibt es wieder Menschen, die darüber glücklich sind. Und auch der liebevoll von Hand zubereitete Kaffee aus Griechenland schmeckt selbstverständlich ausgezeichnet, in Dimi’s Diner.