Betriebe mit bis zu 100 Mitarbeitern können die Digitalisierungsprämie beantragen. Foto: Axa AG

Seit 2017 können Betriebe mit weniger als 100 Mitarbeitern eine staatliche Digitalisierungsprämie beantragen. Das Wirtschaftsministerium hat nun eine positive Bilanz des Modellversuchs gezogen und die Verstetigung des Programms angekündigt. Die Verbände begrüßen den Schritt.

Stuttgart - Das Land zieht eine positive Bilanz des jüngsten Modellversuchs zur Digitalisierungsprämie und hat die Verstetigung dieser Förderung für Kleinbetriebe mit bis zu 100 Mitarbeitern angekündigt. „Unsere Prämie stößt in der Wirtschaft auf großes Interesse. Wir können damit Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Digitalisierungsprojekte optimal unterstützen und dabei ein großes Investitionsvolumen generieren“, erklärte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Mit dem Digital-Bonus, der 2017 zum ersten Mal in kleinerem Umfang und ab 2018 in einem zweiten Modellversuch als Tilgungszuschuss ausgezahlt wurde, unterstützt das Land vor allem Handwerksbetriebe und kleine Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Dienstleistungssektor und der Bauwirtschaft. Der Zuschuss liegt pro Unternehmen je nach Höhe des Darlehens zwischen 5000 und 10 000 Euro. Bisher seien insgesamt 1200 Anträge mit einem Investitionsvolumen von rund 36 Millionen Euro eingegangen, bilanzierte das Wirtschaftsministerium.

Angesichts der positiven Evaluationsergebnisse werde man die Digitalisierungsprämie als Tilgungszuschuss für Förderdarlehen der L-Bank verstetigen, kündigte Hoffmeister-Kraut an. Im Doppelhaushalt 2018/19 stehen dafür 24 Millionen Euro zur Verfügung. Der L-Bank-Chef Axel Nawrath erwartet für das laufende Jahr eine deutliche Nachfragesteigerung.

Bei den Verbänden und Kammern stieß die Ankündigung auf Zustimmung: „Aus Sicht der Wirtschaft hätte dies schon nach der ersten Versuchsphase in 2017 erfolgen können. Man hat ja bereits bei der ersten Tranche, die innerhalb von wenigen Wochen ausgeschöpft war, gesehen, dass man damit einen Nerv trifft“, erklärte Wolfgang Grenke, Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags. Bei einer anhaltend hohen Nachfrage nach der Förderung müsse eine weitere Mittelerhöhung und eine Ausweitung der Unternehmensgröße auf bis zu 250 Mitarbeiter erfolgen. Auch der Handelsverband Baden-Württemberg (HBW) hatte sich wiederholt für die Ausweitung der Prämie ausgesprochen. Damit würden kleine Händler finanziell beim Aufbau von neuen Vertriebswegen wie Online-Shops oder bei digitalen Beratungsinstrumenten unterstützt. HBW-Hauptgeschäftsführerin Sabine Hagmann begrüßte die Ausweitung der Prämie: „Im aktuellen Transformationsprozess sind die Händler gezwungen, sich mit dem Thema Digitalisierung auseinanderzusetzen. Die Förderung unterstützt sie dabei ein Stück weit.“

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