Der Schulunterricht wird zunehmend digital Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Der Gemeinderat hält an der IT-Konzeption fest, an deren Finanzierung der Rathauschef Kritik übt. Sie fiel deutlich moderater aus, als vor zwei Jahren. Aber im Kern bleibt sie dieselbe: Das Land lasse die Schulträger im Stich.

Ditzingen - Der Oberbürgermeister Michael Makurath ist immer noch ungehalten, wenn es um die Finanzierung der Computerausstattung an Schulen geht. Gleichwohl äußert er sich inzwischen deutlich verhaltener, als noch vor zwei Jahren. „Den technischen Fortschritt werden wir weiterhin finanzieren müssen“, sagte der parteilose Rathauschef zuletzt im Fachausschuss des Gemeinderats.

Der Gemeinderat beschloss auf Empfehlung des Gremiums unter anderem die Anschaffung von Computergeräten und interaktiven Tafeln für die Grundschüler in Heimerdingen und Ditzingen. Die Tablets werden im Klassensatz eingekauft.

Jedem Grundschüler steht ein Gerät im Unterricht zur Verfügung

Jedem Grundschüler steht im Unterricht ein Gerät zur Verfügung, die Geräte werden in der Schule verwahrt. In der Theodor-Heuglin-Schule wird mit der neuen Klassenstufe 5 bereits der zweite Jahrgang ausgestattet. Dort hat dann jeder Fünft- und Sechstklässler ein Tablet, allerdings sind darauf nur Programme zu nutzen, die die Schulverwaltung zuvor zentral darauf aufgespielt hat.

Inzwischen hat das Land eine Finanzierungszusage für den Kauf der Geräte gegeben. In einer ersten Tranche werden landesweit 75 Millionen Euro bereitgestellt. Für künftige Ausgaben im Computerbereich haben Bund und Länder den Digitalpakt Schule geschlossen, der von 2019 bis 2024 läuft. Darin sind 585,6 Millionen Euro bereitgestellt, sie werden pro Schüler ausbezahlt. Um Fördergelder aus diesem Topf will sich die Stadt nun bemühen. Die Stadt hat ausgerechnet, dass ihr daraus insgesamt 985 000 Euro zur Verfügung stehen. Auf den Kosten der bisher angeschafften Geräte bleibt die Kommune sitzen: „Bereits getätigte Anschaffungen werden nicht nachträglich gefördert“, teilte die Verwaltung den Stadträten mit.

Das Land Baden-Württemberg hatte als Reaktion auf Forderungen aus dem Bundesbildungsministerium entsprechende Empfehlungen für die Ausstattung der Schulen herausgegeben. Allein für Ditzingen bedeutete dies, dass die Kommune im Jahr 2017 rund eine halbe Million Euro investieren musste. In einem ersten Schritt wurde aber auch eine Vollzeitstelle geschaffen, um die Multimediaausstattung an Ditzinger Schulen zu bearbeiten.

Land hat Medienentwicklungsplan fortgeschrieben

In Ditzingen – wie auch in anderen Kommunen des Landes – war es lange Zeit üblich, den Bedarf an Multimediageräten, die dafür notwendige Verkabelung und Datengeschwindigkeit in Absprache von Schule und Stadtverwaltung selbst zu definieren. Das Land Baden-Württemberg hatte dann allerdings den Medienentwicklungsplan 2020 fortgeschrieben und damit entsprechende Empfehlungen für die Ausstattung der Schulen genannt. Allein für Ditzingen bedeutete dies, dass die Kommune rund eine halbe Million Euro investieren musste. Damals lag die Zusage des Lande auf eine finanzielle Förderung nicht vor.

Das ärgerte den Oberbürgermeister Michael Makurath. Durch die Lehrpläne sei der Schulträger genötigt, die Bildungseinrichtungen entsprechend auszustatten, schimpfte er. Erst zu handeln, wenn das Land eine Finanzierungszusage gemacht habe, wäre ihm zufolge unmöglich gewesen, der Ärger der Eltern vorhersehbar, denn „die Eltern sind an uns näher dran als am Ministerpräsidenten“, sagte Makurath damals.

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