Digitalbranche IT-Experten sind Mangelware

Von Claudia Treml 

Die Digitalbranche wächst und wächst - doch seit Jahren fehlt es in Deutschland an IT-Experten. Die Berufschancen für Arbeitnehmer in der IT-Branche sind ausgezeichnet. Was für Unternehmen eine Belastung bedeutet, ist für Studieninteressierte, Berufseinsteiger oder Berufstätige mit Weiterbildungsambitionen eine hervorragende Chance mit ausgezeichneter Perspektive.

IT-Experten sind schwer gefragt. Foto: Gorodenkoff/Fotolia

Jedes dritte Unternehmen hat Schwierigkeiten, seine IT-Stellen zu besetzen und die Prognose deutet auf eine weitere Verschärfung des Problems hin. Keiner will im Wettbewerb den Anschluss verlieren, schließlich geht es um einen Milliardenmarkt. In Deutschland allein dürfte die Umsetzung von Industrie 4.0 bis 2025 eine Produktivitätssteigerung von bis zu 78,5 Milliarden Euro bringen, schätzt der Bitkom-Verband.

Freuen sich über gute Löhne: IT-Experten

Vor allem Hersteller im Maschinen- und Anlagenbau, der Autoproduktion, Elektrotechnik und chemischen Industrie seien die Profiteure. Doch besondere Chancen hat die Digitalwirtschaft als Zulieferer von Software, Infrastruktur und Sicherheitslösungen. Die IT-Branche ist durch aktuelle Themen wie Big Data, Cloud-Computing und Industrie 4.0 mit über einer Million Beschäftigten der zweitgrößte industrielle Arbeitgeber in Deutschland.

Durch den rapide wachsenden Markt und den Fachkräftemangel dürfen sich IT-Experten heute schon über steigende Vergütungen freuen. In 2016 stiegen die Gehälter in der IT-Branche zwischen 1,6 und 2,2 Prozent. Laut IG-Metall lagen die Jahresgehälter für einen Software-Juniorentwickler bei 43.987 Euro, der Seniorentwickler verdiente 70.319 Euro und ein Leiter Software-Engineering erhielt sogar 102.768 Euro.

Wer Fuß fassen kann

Für eine Karriere in der IT-Branche ist ein Informatik-Studium eine solide Basis, wird aber nicht zwingend vorausgesetzt. Fachkräfte von Universitäten, Fachhochschulen, dualen Hochschulen, Berufsakademien und aus IT-Ausbildungsberufen sind am Arbeitsmarkt gefragt. Und auch als Quereinsteiger mit speziellen IT-Kenntnissen kann man Fuß fassen. So finden sich viele Absolventen eines Ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Studiums in der IT-Branche wieder.

Knapp die Hälfte entscheidet sich für duale Studiengänge

Zudem setzen immer mehr Arbeitgeber verstärkt auf Weiterbildungsmaßnahmen. Das IT-Weiterbildungssystem bietet anerkannte berufliche Weiterbildungsabschlüsse, vom IT-Spezialisten über den operativen Professional bis zum Strategische Professional.

Sogar gesamte Studiengänge werden unterstützt und knapp die Hälfte der IT-Unternehmen entscheidet sich für duale Studiengänge, die auf Bachelor- und Masterniveau angeboten werden. Mit dem zunehmenden Trend nach weiterbildenden Studiengängen eröffnen sich so Chancen für Unternehmen und Mitarbeiter.