DIGITAL SOUTHWEST Smarte Gläser und vernetzte Spülmaschinen

Von red 

Baden-Württemberg ist digital: Das zeigte die DIGITALSOUTHWEST in Böblingen. Im Rahmen der regionalen Netzwerk- und Informationsserie zur Digitalisierung bringt die Telekom digitale Vorreiter und traditionelle Mittelständler zusammen.

Marc Biadacz (CDU), direkt gewählter Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis Böblingen, Mitglied in den Ausschüssen „Arbeit und Soziales“ sowie „Digitale Agenda“ bei der DIGITAL SOUTHWEST Foto: NILS STARKMETH

Baden-Württemberg ist das Land der Tüftler, Patente und Hidden Champions. Nirgendwo sonst in Europa wird so viel in Forschung und Entwicklung investiert wie im Südwesten Deutschlands – laut Statistischem Landesamt Baden-Württemberg rund fünf Prozent des Bruttoinlandprodukts. Damit liegt das „Ländle“ europaweit auf dem ersten Platz.

Genauso wie bei der Digitalisierung, wie sich am 3. Mai die Teilnehmer der DIGITALSOUTHWEST einig waren. Trotzdem könnte es noch schneller gehen, da die digitale Transformation die Unternehmen mit hohem Tempo unter Druck setzt.

Digitale Vielfalt in Baden-Württemberg

„Es geht bei der Digitalisierung um Wandel und Veränderung. Nicht zuallererst um Technik auch wen sie der Beschleuniger ist. Die Unternehmen müssen vielmehr den Mut haben, sich selbst neu zu erfinden“, sagte Thomas Spreitzer, verantwortlich für Vertrieb Kleine und Mittlere Unternehmen, Partnervertrieb und Marketing bei der Deutschen Telekom während der DIGITALSOUTHWEST in der Legendenhalle in Böblingen. Sie war Teil der deutschlandweiten Netzwerk- und Informationsserie DIGITALX. Angestoßen von der Telekom, soll sie digitalen Vordenkern und solchen, die auf der Suche nach digitalen Ansätzen für ihr Unternehmen sind, eine Plattform zum gemeinsamen Austausch bieten.

„Die digitale Transformation stemmt niemand allein, da sie komplex ist und viele Facetten hat. Dafür müssen wir das Know-how verschiedener Sparten zusammenbringen. Und wie gelingt das am besten? Indem man sich mit Menschen austauscht, die schon Erfahrungen mit der Digitalisierung gemacht haben“, ist Spreitzer überzeugt. Deutschland neige dazu, vieles schwarz zu malen, sich nicht auf Neues einzulassen. „Dabei gibt es eine ganze Reihe von Traditionsunternehmen aus klassischen Sparten, die sich längst erfolgreich auf den Weg der digitalen Transformation gemacht haben.“ Und Baden-Württemberg sei hier ganz vorne mit dabei.

Neue digitale Geschäftskonzepte

Etwa der Spülmaschinenhersteller Winterhalter, der gemeinsam mit Telekommunikationsdienstleister Swyx mit einer modernen Telefonanlage die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit und den Kundenservice verbessert hat. Winterhalter geht noch einen Schritt weiter und entwickelt auf Digitalisierung basierende neue Geschäftskonzepte. So müssen Kunden Spülmaschinen nicht mehr unbedingt kaufen, sondern sie zahlen nur für die tatsächliche Nutzung. Pay per Wash nennt das Meckenbeurer Unternehmen dieses Modell. „Digitalisierung und Vernetzung sind die Megatrends, die momentan die Welt verändern“, sagt Ralph Winterhalter, Geschäftsführender Gesellschafter von Winterhalter. „Wir haben uns gefragt, wie auch wir die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen können, um unsere Kunden noch besser zu unterstützen.“ Ein gutes Beispiel dafür, wie Mittelständler von der Digitalisierung profitieren können.

Doch noch haben längst nicht alle Unternehmen die Vorteile der Digitalisierung erkannt, oder können digitale Strategien aufgrund von Zeitmangel oder Budgetfragen vorantreiben. „Wer digital werden will, muss aufhören, binär zu denken“, sagt Miriam Meckel, Herausgeberin der WirtschaftsWoche. „In der neuen Welt gibt’s nicht nur schwarz oder weiß, sondern ganz viele Grautöne.“ Sie ermutigte in ihrer Rede die Teilnehmer, sich gegenüber der digitalen Transformation zu öffnen.

Von Instagram zum intelligenten Bierglas

Zwischen Expertenvorträgen und Diskussionsrunden hatten die Gäste die Möglichkeit, sich über die digitalen Ideen anderer Unternehmen zu informieren. Glashersteller Rastal hatte die intelligente Theke dabei. Sie verbindet sich mit Spezialgläsern, in die ein Chip integriert ist. Die Theke erfasst den Getränkekonsum und leitet die Informationen an das Lager weiter. Der Vorteil: Der Gastronom kann Engpässe schneller erkennen und Nachschub bestellen. Die Infomationen werden per Mobilfunk auch an Tablet oder PC übermittelt.

Das Startup Reachbird zeigte, wie auch kleine Unternehmen Influencer bei Instagram gewinnbringend einsetzen können. Basierend auf künstlicher Intelligenz bietet Reachbird Funktionen, mit denen Unternehmen wichtige Influencer identifizieren und ihre Marketing-Kampagnen mit Influencern analysieren können.

Die Telekom stellte die Point-of-Sale-Komplettlösung von Software-Entwickler enfore – MagentaBusiness POS – vor, ein Komplettpaket aus Hardware, Software und Internet-Zugang für kleine Unternehmen. Es unterstützt lokale Händler, Gastronomen oder Hoteliers digital bei allen Arbeitsschritten von der Warenwirtschaft und der Lagerhaltung über die Abrechnung bis hin zur Kundenbindung.

Dass Baden-Württemberg ein idealer Standort ist, um die digitale Transformation voranzutreiben, war in allen Panels und Vorträgen herauszuhören. Lucas Spohn etwa hat mit seinem Startup Tomes und der Lösung Idana die Anamnese digitalisiert, damit Ärzte sich mehr Zeit für ihre Patienten nehmen können. Spohn: „Freiburg ist der ideale Standort für uns. Baden-Württemberg ist nicht so überlaufen wie Berlin, der Personalkampf ist hier nicht so stark. Die Uniklinik Freiburg gehört zu den innovativsten in ganz Deutschland. Und damit erreichen wir ganz einfach hochqualifiziertes Personal.“

Gewinner im Südwesten: Verleihung des Digital Champions Award

Am Abend überreichte Thomas Spreitzer bei einem Netzwerkdinner gemeinsam mit Erwin Staudt und Giovane Élber den regionalen Digital Champions Award. Diese Auszeichnung bekommen Unternehmen aus der Region, die bereits erfolgreich digitale Projekte umgesetzt haben. „Von den Vorreitern der digitalen Transformation können wir alle profitieren“, sagte Telekom Manager Spreitzer. „Deswegen freue ich mich, dass unsere Gewinner aus unterschiedlichsten Branchen kommen.“ Die vier Gewinner sind:

 

Die Unternehmen sind damit für den nationalen Digital Champions Award nominiert. Die Telekom wird den Preis gemeinsam mit der WirtschaftsWoche am 7. und 8. November beim DIGITALSUMMIT in Köln überreichen. Wer sich für den regionalen Digital Champions Award der folgenden Veranstaltungen anmelden möchte, kann dies hier tun.


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