DIGITAL SOUTHWEST Funkende Spülmaschinen: Digitale Ideen im Ländle

Von Jana Wiedemeyer 

Digitale Spülmaschinen und die Technik dahinter gab es im Vortrag von Winterhalter und Swyx zu sehen  Foto: Telekom
Digitale Spülmaschinen und die Technik dahinter gab es im Vortrag von Winterhalter und Swyx zu sehen Foto: Telekom

Vom Mittelständler zum jungen Startup: Die Informations- und Netzwerkserie DIGITALX der Telekom machte Anfang Mai Station in Böblingen und präsentierte digitale Ideen von Unternehmen aus dem Südwesten Deutschlands. Mit dabei: intelligente Spülmaschinen und vernetzte Zapfanlagen.

Nadelöhr Küche: Wenn in Restaurants und Kantinen benutztes Geschirr im Minutentakt zurück in die Küche kommt, muss sich das Personal auf reibungslos funktionierende Spülmaschinen verlassen können.

Dafür gibt es Hochleistungs-Industriemaschinen, die eine Ladung Teller und Besteck in wenigen Minuten auf Hochglanz bringen. Allerdings kosten sie mehrere tausend Euro – was vor allem kleine oder saisonale Betriebe finanziell hoch belastet.

Vernetzte Spülmaschinen

Der Spülmaschinenprofi Winterhalter aus Oberschwaben hat nun ein neues Vertriebskonzept entwickelt. Gastronomen bekommen eine Spülmaschine inklusive Zubehör und Service, zahlen aber nur für den tatsächlichen Spülgang und nicht mehr für die Maschine selbst. Dafür loggen sich im Portal von Winterhalter ein, buchen Spülgänge auf Vorrat und rufen diese einzeln ab – über einen Code, den sie direkt an der Maschine eingeben.

Digitalisierung und Vernetzung verändern die Welt“, sagt Ralph Winterhalter, geschäftsführender Gesellschafter von Winterhalter beim Experten-Talk über die Erfolgsstrategien des Hidden Champions. „Wir haben uns gefragt, wie auch wir die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen können, um unsere Kunden noch besser zu unterstützen.“ So sind die Winterhalter-Spülmaschinen auch vernetzt. Sie senden über das Internet Betriebsdaten an einen Server, die ausgewerteten Daten liest der Gastronom in einer App und hat damit einen genauen Überblick über Status und Fehlermeldungen, etwa wenn neuer Reiniger eingefühlt werden sollte. Das Ergebnis: mehr Effizienz und Kontrolle beim Spülen.

Digitale Ideen für mehr Kundenservice

Ein Konzept, dass das Familienunternehmen aus Meckenbeuren Anfang Mai auf der DIGITALSOUTHWEST in Böblingen vorstellte. Der Tag war Teil der Informations- und Netzwerkserie DIGITALX der Telekom, die mittelständischen Unternehmen, Startups, Politikern und Verbänden eine Plattform bieten möchte, um über Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung zu sprechen und voneinander zu lernen. Denn in Baden-Württemberg gibt es eine Reihe von Unternehmen, für die digitale Transformation längst zur Geschäftsstrategie gehört. Der Südwesten Deutschlands gehört zu den innovativsten Regionen Europas. Rund fünf Prozent des Bruttoinlandproduktes wird hier in Forschung und Entwicklung investiert.

Innovative Technologien auf der DIGITALSOUTHWEST

Neben der vernetzten Spülmaschine stieß auch eine Bierzapfanlage aus den USA auf großes Interesse. Das Pils läuft wie von Geisterhand vom Fass ins Glas hinauf. Möglich ist das mit einer cleveren Technik: Sobald der Gast das Glas auf die Zapfdüse stellt, öffnet sich ein Ventil im Glasboden. Das Bier läuft bis zur programmierten Füllhöhe ins Glas. Sobald der Gast das innovative Glas von Glasdesigner und -hersteller Rastal von der Zapfdüse hebt, schließt sich das Ventil wieder. „Innovativ und lecker: Digitalisierung für die Kehle“, freute sich ein Gast der DIGITALSOUTHWEST, zu der die Telekom 270 Gäste in der Böblinger Legendenhalle begrüßen konnte.

Die konnten sich auch über weitere innovative Ideen von Unternehmen aus Baden-Württemberg informieren. Alfatraining etwa will mit seiner digitalen Lösung dem Fachkräftemangel entgegentreten: Rund 200 Online-Weiterbildungsprogramme über ein eigens entwickeltes Videokonferenzsystem hat der Karlsruher Mittelständler im Portfolio.