Der Schauspieler Simon Licht ( „Dr. Klein“, „Laible und Frisch“) wird zu Dieter Zetsche Foto: Instagram/Licht

Das Netz lacht über den Abschiedsfilm von BMW für Dieter Zetsche. Darin spielt Simon Licht den ausgeschiedenen Daimler-Chef. Inzwischen hat der Stuttgarter Konzern witzig mit einer Westernszene auf Twitter reagiert.

Stuttgart - Was macht ein Daimler-Chef a.D., wenn der Druck von seinen Schultern fällt, wenn er sich im Ruhestand von allen Zwängen befreit? Die Leute von BMW haben sich’s schön geträumt! „Free at last“, „endlich frei“ heißt es in dem witzigen Werbespot, mit dem die Autobauer aus München den altgedienten Big Boss der Konkurrenz mit einem frechen Seitenhieb verabschieden.

Ihr YouTube-Clip, von der renommierten Hamburger Werbeagentur Jung von Matt aufwendig produziert, ist ein viraler Volltreffer. Darin holt der Mann mit dem weißen Walross-Schnauzer am Ende seines letzten Arbeitstags ein BMW-Elektrocabrio i8 aus seiner Garage und düst darin vergnügt davon.

Mit seinem Aussehen ist Dieter Zetsche selbst eine Marke

Längst ist Dieter Zetsche mit seinem markanten Aussehen selbst eine Marke, wie dies in Deutschland vor ihm allenfalls Heino, Harald Glööckler und Udo Lindenberg gelungen ist. So überzeugend habe der Schauspieler Simon Licht („Dr. Klein“, „Laible und Frisch“) den Zetsche-Doppelgänger dargestellt, berichtet BMW-Pressesprecher Cypselus von Frankenberg unserer Zeitung, „dass selbst bei uns im Haus einige fragten, als wir ihnen den Film zum ersten Mal vorgespielt haben, wie es uns gelungen sei, Herrn Zetsche persönlich für den Spot zu gewinnen“.

Vom ausgeschiedenen Daimler-CEO weiß man, dass er Spaß versteht. In Kurzfilmen, etwa in jenem vor Weihnachten, in dem er einen neuen Job sucht, hat er’s bewiesen. Spaß, weiß der Schauspieler Simon Licht, muss mitunter hart erarbeitet werden. Um sich auf seine Rolle im Goodbye-Film von BMW vorzubereiten, hat er sich Szenen mit dem echten Zetsche angeschaut und den Topmanager eingehend studiert, dessen Körperhaltung, Gangart, dessen Blick. „Ich bin jünger als er“, sagt Licht, „musste mich etwas langsamer bewegen, die Schulter ein bisschen hängenlassen.“

Simon Licht hat am 5. Juli Premiere mit „Laible und Frisch“

Vier Stunden dauerte es, bis er geschminkt war. Mit dem typischen Schnauzer ist es nicht sehr schwer, zum erkennbaren Double des 66-Jährigen zu werden. Doch Maskenbildner Birger Lauber von der Münchner Theaterakademie August Everding wollte noch mehr Zetsche sehen. Dessen Hals mit den typischen Hautfalten hat er mit Silikon nachmodelliert und bei Licht in Stuttgart angepasst, als dieser auf einer Probebühne auf dem Killesberg mit Monika Hirschle, Ulrike Barthruff und weiteren Kollegen das Theaterstück „Laible und Frisch – urlaubsreif“ einstudiert hat, das am 5. Juli Premiere bei den Burgfestspielen in Jagsthausen feiert. Auf einer Bühne wird der Schwabenklassiker um den Bäckerstreit noch einmal gespielt, während es keine Fortsetzung im Kino gibt. Der SWR will das Projekt, für das die Förderung der Film- und Mediengesellschaft Baden-Württemberg bereits vorlag, nicht mehr mitfinanzieren.

Wie Daimler auf den BMW-Film reagiert hat

Der Mann, der für BMW den Zetsche gab, fährt privat Smart. Und was fährt der echte Zetsche privat, der nun Aufsichtsratschef beim Touristikkonzern Tui wird? Daimler hat auf das Video der Münchner, das voll eingeschlagen hat, mit einer Westernszene auf Twitter reagiert. Man sieht, wie zwei Männer in den Sonnenuntergang reiten. Das Unternehmen schreibt dazu: „Wir glauben, unser Chef würde sich eher auf echte Pferdestärken verlassen für seinen Ritt in den Ruhestand.“

Reiten Sie wohl, Herr Zetsche!

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