Dieter Zetsche will Spitzenplatz der deutschen Autobauer von Audi und BMW zurückerobern.

Stuttgart - Im Dreikampf der deutschen Premium-Autobauer hat Daimler-Chef Dieter Zetsche Platz eins als Ziel für die Stuttgarter ausgerufen. "Auf Dauer können und werden wir uns nicht mit einem guten zweiten oder gar dritten Platz zufriedengeben", sagte der Vorstandsvorsitzende. Das geht aus einem Schreiben an die Belegschaft hervor.

Damit reagiert Zetsche auch auf eine Auswertung der Geschäftsberichte von Daimler und Audi, die unsere Zeitung vorgenommen hatte. Daraus geht hervor, dass der Konkurrent im ersten Halbjahr 2011 profitabler gewachsen ist als Daimler mit seinen Marken Mercedes-Benz, Smart, AMG und Maybach. Bei der Umsatzrendite - also der Kennzahl, die das Verhältnis des Umsatzes zum operativen Gewinn ausdrückt - liegt Daimlers Pkw-Sparte mit 10,7 Prozent zwar über dem erwarteten Niveau, im Vergleich mit der Konkurrenz aber nur auf Rang drei. Audi steht mit 12,9 Prozent eindeutig besser da. Sogar noch weiter vorn soll BMW liegen - die Münchener legen ihre Halbjahreszahlen morgen vor.

Audi will den Druck auf die Stuttgarter noch weiter erhöhen. Finanzvorstand Axel Strotbek kündigte an, bis 2014 1,5 Millionen Autos im Jahr verkaufen zu wollen.

Obwohl Daimler die Entwicklung ernst nimmt, bleibt der Chef gelassen. "Einige unserer Wettbewerber wachsen aktuell schneller und profitabler als wir", schreibt Zetsche. Er bezeichnete das aber als "Momentaufnahmen", die nicht überbewertet werden dürften. Er kündigte an: "Wir sind Daimler - wir wollen ganz nach vorn! Und wenn es dafür etwas braucht, was wir noch nicht haben, dann werden wir es angehen und aufbauen." Zetsche schließt seinen Belegschaftsbrief mit dem Satz: "Genießen Sie den Sommer, tanken Sie auf. Denn in der zweiten Halbzeit des Jahres werden wir weiter auf Angriff spielen!"

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