Dieter Schienmann aus Stetten ist Waiblingens neuer Baubürgermeister. Foto: privat

Mit einer knappen Mehrheit von zwei Stimmen ist Dieter Schienmann am Donnerstagabend zum neuen Baubürgermeister der Stadt Waiblingen gewählt worden. Sein Konkurrent Gernot Pohl erhielt 15 Stimmen.

Waiblingen - Der neue Waiblinger Baubürgermeister heißt Dieter Schienmann. Der Gemeinderat hat den 54-Jährigen an diesem Donnerstag zum neuen Technischen Beigeordneten gewählt, und zwar ganz knapp: Während Schienmann 17 Stimmen erhielt, konnte sein Mitbewerber Gernot Pohl 15 Gemeinderäte von sich überzeugen. Die Stelle des Technischen Beigeordneten muss zum 1. November neu besetzt werden, weil die Amtsinhaberin Birgit Priebe nach 16 Jahren nicht mehr zur Wahl angetreten war. Sie ist vom 1. Dezember an die Baubürgermeisterin von Remseck im Kreis Ludwigsburg.

Dieter Schienmann ist in Kernen-Stetten aufgewachsen, wo er auch heute noch lebt. Im vergangenen Frühjahr hat er für den Bürgermeisterposten der Gemeinde Urbach kandidiert. Er kam auf knapp 38 Prozent der Stimmen, seine Konkurrentin Martina Fehrlen gewann mit knapp 60 Prozent. Der Architekt hat zwei 15 und 19 Jahre alte Söhne und, so sagt er, seit jeher „viele Drähte nach Waiblingen“.

Die Arbeit als Baudezernent im urbanen Umfeld einer Stadt mit rund 56 000 Einwohnern reize ihn sehr. Waiblingen müsse Wohnraum schaffen, forderte Schienmann in seiner Vorstellungsrede – einerseits durch Innenentwicklung, wobei das Potenzial in der Stadt begrenzt sei. Was andererseits Neubaugebiete betreffe, dürfe man nicht vergessen, dass diese auch eine Infrastruktur benötigten und weiteren Verkehr brächten. Es gelte, durch einen attraktiven öffentlichen Nahverkehr und sichere Fahrrad- und Fußwege die Straßen und Quartiere zu entlasten. Schienmann betonte: „Auch über autofreie Quartiere sollte man diskutieren.“

Doch ein Hochhaus auf der Korber Höhe?

Auf die Frage, was er von einem Hochhaus auf der Korber Höhe halte, antwortete Schienmann: „Wenn man an einem der höchsten Punkte das höchste Gebäude errichtet, setzt man ein Signal.“ Wenn dieses ein gutes sei, könne er sich das grundsätzlich vorstellen. Von der CDU-Fraktion auf den Bau eines Nordostrings angesprochen, meinte Schienmann, dabei müsse gut abgewogen werden zwischen dem Schaden und dem Nutzen eines solchen Projekts. Einerseits werde zugunsten des individuellen Verkehrs Landschaft verbraucht, andererseits würden viele Menschen von Verkehr entlastet. Einen Entwicklungsbedarf sieht Schienmann entlang der Bahnhof- und der Fronackerstraße. Auf die Frage, was Waiblingen fehle, sagte er, „das Kulturangebot für Leute im Alter zwischen 16 und 26 hängt etwas hinterher“.

Auch Gernot Pohl, der die Technischen Abteilungen der Stadt Kirchheim/ Teck leitet, sagte, man müsse im Umfeld der Bahnhofstraße aktiv werden und die Altstadt durch einen lebendigen Stadtraum für Fußgänger „näher an den Bahnhof bringen“. Der 57-jährige Vater sprach sich für innovative Stadtquartiere mit Lebensmöglichkeiten für alle aus und vertrat die Devise „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“. Zu stark dürfe die Verdichtung aber nicht sein: „Das bringt soziale Probleme.“

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