Eine neue, verbesserte Motorsteuerungs-Software soll dazu beitragen, dass Dieselautos auf der Straße wenger Stickoxide ausstoßen als bisher. Foto: dpa

Millionen Dieselfahrzeuge sollen mit einer neuen Software ausgerüstet werden, die bessere Abgaswerte bringt. Doch in welche Werkstätten können Autofahrer dafür gehen?

Stuttgart - Die freien Autowerkstätten hoffen, durch die Nachrüstung von Millionen Dieselfahrzeugen an neue Kunden zu gelangen, die ihr Fahrzeug bisher in Mercedes-Vertragswerkstätten reparieren ließen. Die Entscheidung von Mercedes, Kunden nicht zwingend auf eigene Vertragswerkstätten zu verweisen, sei ein „großer Fortschritt“, sagte Alfred Klee, Vorstand des Bundesverbands Freier Kfz-Mehrmarkenwerkstätten, unserer Zeitung. Zuvor hatte Daimler unserer Zeitung bestätigt, dass Mercedes-Fahrer die neue Software „prinzipiell auch in freien Werkstätten“ auf Kosten des Konzerns aufspielen lassen könnten. Angesichts von europaweit drei Millionen Fahrzeugen soll dies Wartezeiten verkürzen.

Volkswagen verweist seine Kunden dagegen weiter ausschließlich auf eigene Vertragswerkstätten. Das gelte sowohl für die Marke VW als auch für die anderen Pkw-Marken des Konzerns wie Audi und Porsche, erklärte ein Sprecher unserer Zeitung.

Der Zugang zu den Systemen ist teuer

Allerdings müssen freie Werkstätten erhebliche Vorleistungen erbringen. Der Zugang zu den Softwaresystemen der Hersteller koste einmalig 10 000 bis 15 000 Euro, sagt Klee, hinzu kämen monatliche Kosten von 100 bis 150 Euro. Für die Dieselnachrüstung allein lohne sich das nicht. Für Werkstätten, die bereits Zugang zu den Mercedes-Systemen haben, bieten sich allerdings Chancen, mit bisherigen Kunden von Vertragswerkstätten in Kontakt zu kommen.

Im Handwerk lösen die neuen Umstiegsprämien der Autobauer , mit denen alte Diesel durch schadstoffärmere Fahrzeuge ersetzt werden sollen, keine Begeisterung aus. „Ich glaube nicht, dass die Prämien viele Betriebsinhaber zum Kauf neuer Fahrzeuge bewegen werden“, sagte Thomas Hoefling, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer der Region Stuttgart, unserer Zeitung.

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