Diesel-Fahrverbote treffen unter anderem Vereinsmitglieder, die bisher mit ihrem Diesel-Fahrzeug zum Sport gefahren sind. Foto: dpa

Seit dem 1. Januar gelten in Stuttgart die Diesel-Fahrverbote. Seitdem haben einige Sportvereinsmitglieder in den Stuttgarter Filderbezirken ein Problem – und die gegnerischen Mannschaften auch.

Filder - Man mag von den Diesel-Fahrverboten halten, was man möchte – seit Jahresbeginn gelten sie jedenfalls. Während die Stuttgarter noch eine Gnadenfrist bis 1. April haben, dürfen diejenigen, die nicht in der Landeshauptstadt gemeldet sind, seit 1. Januar nicht mehr mit ihrem Diesel der Euronorm 4 und schlechter in die Stadt fahren. Das erfahren nun auch die Vereinssportler; die in Stuttgart und diejenigen, die nicht dort leben, aber dort trainieren oder Turniere haben.

„Bisher trifft es vor allem die Mitglieder aus gegnerischen Mannschaften, die zu Spielen oder Turnieren zu uns nach Plieningen fahren“, berichtet Folker Baur vom TV Plieningen. „Besonders bitter ist das zum Beispiel für Mannschaften aus Neuhausen oder Köngen, die es nur wenige Kilometer bis nach Plieningen haben – aber Plieningen gehört eben auch schon zur Umweltzone.“ Rolf Haid, der Vorsitzende vom KV Plieningen, berichtet Ähnliches: „Wenn gegnerische Mannschaften aus Sielmingen oder Harthausen zu uns nach Plieningen kommen, macht das Probleme.“

Trainer wünschen sich Ausnahmegenehmigungen

Folker Baur, der ein Sportartikelgeschäft in Plieningen betreibt, hat auch schon persönliche Erfahrungen gemacht: „Letztens wollte jemand aus Neuhausen seine Skier zum Service bringen. Dann fiel ihm ein: ‚Das darf ich ja gar nicht mehr‘.“

Bei der Geschäftsstelle des TSV Heumaden haben unterdessen mehrere Trainer die Bitte geäußert, dass sie eine Ausnahmegenehmigung für ihr Diesel-Fahrzeug erhalten. „Ich habe den Trainern dann erläutert, dass sich jeder Fahrzeughalter selbst darum kümmern muss und wir aber gerne eine Bestätigung ausstellen, dass wir den Trainer unbedingt für den sportlichen Betrieb benötigen und die Trainer teilweise auch Sportmaterial transportieren müssen und deswegen auf Ihren Pkw angewiesen sind“, berichtet Denise Roth, die Leiterin der Geschäftsstelle. Zwei Trainer hätten sich eine solche Bestätigung auch bei ihr abgeholt.

„Ich habe, nachdem ich Anfang Januar vermehrt Anfragen zu diesem Thema erhalten habe, eine Mail an alle Abteilungsleiter verfasst, in der ich diese Vorgehensweise erläutert habe. Seitdem habe ich in der Geschäftsstelle keine Anfragen mehr erhalten. Jeder weiß jetzt, dass er sich selbst darum kümmern muss“, sagt Denise Roth.

Auf die Waldau kommen viele mit dem Fahrrad

Beim Tus Stuttgart werden die Diesel-Fahrverbote unterdessen noch nicht so problematisch beurteilt: „Die meisten wohnen im näheren Umkreis. Und für die Personen in Stuttgart gilt das Fahrverbot ja erst ab dem 1. April 2019“, sagt Dirk Welsch, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Zudem gebe es beim Tus eine große Anzahl an Mitgliedern und Fitnessstudio-Nutzern, die mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln auf die Waldau fahren, sagt er.

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