Initiator Ioannis Sakkaros spricht zu den Demonstranten. Foto: Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttg

Die Zahl der Teilnehmer der Demonstration gegen die Diesel-Fahrverbote ist gewachsen. Am Samstag kamen 1200 Menschen, um auf dem Wilhelmsplatz zu protestieren.

Stuttgart - Etwa 1200 Menschen haben in Stuttgart am Samstag gegen Diesel-Fahrverbote demonstriert. Verkehrsbehinderungen habe es nicht gegeben, teilte die Polizei mit. Bei zwei vorangegangenen Demonstrationen hatten die Fahrverbots-Gegner sich auf der innenstadtnahen Hauptverkehrsachse B14 in der Nähe einer Straßenkreuzung, die als eine der schmutzigsten in Deutschland gilt, getroffen. Diesmal trafen sich die Teilnehmer auf einem Platz.

Demo soll unparteiisch bleiben

„Wir mussten den Standort verlegen wegen der Vereinnahmung bestimmter Parteien“, sagte Organisator Ioannis Sakkaros. Die AfD sowie der Verein Zentrum Automobil hätten die Proteste für sich nutzen wollen, hieß es. „Wir bleiben aber eine Bürgerbewegung und unparteiisch“, sagte Sakkaros. Zu der ersten Kundgebung vor zwei Wochen waren laut Polizei knapp 250 Menschen gekommen.

Die Demonstration am Samstag blieb friedlich, wie die Polizei erklärte. Die Teilnehmer kritisierten das grün geführte baden-württembergische Verkehrsministerium und bezeichneten auf Plakaten Politiker als „Lügenpack“ und die Fahrverbote als „Enteignung“. Viele trugen gelbe Warnwesten. In Frankreich hat sich mit den sogenannten „Gelbwesten“ ein massenhafter Protest gegen die Reformpolitik von Präsident Emmanuel Macron formiert.

In Stuttgart dürfen seit dem 1. Januar zur Luftreinhaltung Diesel-Fahrzeuge der Abgasnorm Euro 4 und schlechter von außerhalb nicht mehr in die Umweltzone einfahren. Vom 1. April an gilt das Verbot auch für Anwohner mit solchen Fahrzeugen.

Gegenveranstaltungen deutlich kleiner

Zur Gegen-Demonstration am Dunantsteg versammelten sich etwas später etwa 120 Menschen, erklärt die Polizei. Dem Aufruf des Bündnisses „Stuttgart gegen Rechts“ im Bereich Urbanstraße/Neckarstraße sind nur ein Dutzend Menschen gefolgt. Gegen 17 Uhr waren diese Versammlungen beendet. Auch hier verlief alles friedlich, hieß es von Seiten der Polizei.

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