Nur noch ein Jahr bis zur Eröffnung der Internationalen Bauausstellung in Stuttgart und der Region. Die Hangweide in Kernen und ein visionäres Projekt in Schorndorf sind mit dabei.
Bei der jüngsten Präsentation der Internationalen Bauausstellung in Stuttgart und der Region vor wenigen Tagen – und gut ein Jahr vor der Eröffnung – war von der Stadt Fellbach und ihren ambitionierten Projekten als Beitrag für 2027 keine Rede. Kein Wunder nach dem Quasi-Ausstieg der Stadt am Fuße des Kappelbergs. Im Zuge der Sparpakete zur Haushaltskonsolidierung für 2026 hat der Gemeinderat auf Vorschlag der Verwaltung die Fellbacher Aktivitäten für die IBA’27 aus Kostengründen auf Eis gelegt.
Eine Querverbindung gibt’s aber doch: Das neue Besucherzentrum am berühmten Stuttgarter Weißenhof wird gestaltet vom Berliner Architekturbüro Frank Barkow und Regine Leibinger. Die kennt man in Fellbach von der weißen Station, die zur Remstal-Gartenschau 2019 im Gewann Wiflinger auf halber Höhe des östlichen Kappelbergs errichtet wurde.
Ein Fellbacher „Kunstwerk“ – aber nicht für die IBA’27
Barko habe, so schwärmte die Fellbacher Oberbürgermeisterin Gabriele Zull seinerzeit, „ein Kunstwerk kreiert“. Für das „Belvedere“, wie es genannt wird, wurden drei Tonnen Material verbaut, alle Stahlelemente der Konstruktion hintereinandergelegt kämen auf knapp 662 Meter.
Um diese Fellbacher Rankhilfe für Rosen ging es jetzt bei der Pressekonferenz in einem ehemaligen Stuttgarter Kaufhaus in der Eberhardstraße allerdings nicht. Vielmehr wurde das Konzept fürs Ausstellungsjahr vorgestellt. Unter dem Titel „UM BAUEN!“ wird die ganze Region vom 24. April bis 30. Oktober 2027 zur Ausstellung – genau 100 Jahre nach dem Bau der Weissenhofsiedlung in Stuttgart. Einige der Bauprojekte werden bis 2027 fertiggestellt sein, andere lassen sich als Baustellen oder Entwicklungsorte erleben.
Zu den herausragenden Projektorten in Stuttgart und der Region gehören die „Lebendigen Quartiere“ mit künftig 600 neuen Wohnungen in Stuttgart-Rot. Ebenfalls erwähnenswert ist ein Projekt auf dem Gelände der ehemaligen Neckarspinnerei in Wendlingen unter dem Titel „Von der Fabrik zum pulsierenden Quartier“.
Außerdem wird es noch rund 40 besuchbare Projektorte in der gesamten Region Stuttgart geben – Gebäude, Quartiere und Orte im Wandel. Zu den Anlaufstationen im Rems-Murr-Kreis gehört beispielsweise die Quartiersentwicklung Hangweide in Kernen im Remstal: Hier entsteht ein „urbanes Dorf“ für rund 1200 Menschen. 2027 werden die ersten Gebäude zu besichtigen sein.
In Schorndorf hat sich eine Wohnbaugenossenschaft namens „Remstalleben“ gegründet, um ihre Vision eines ökologischen und solidarischen Zusammenlebens zu verwirklichen. Das Projekt „ZusammenLeben im Blütengarten“ in Backnang zeigt Mehrfamilienhäuser in Holz-Strohbauweise, die reduzierte private Wohnbereiche mit großzügigen Flächen für gemeinschaftliches Leben verbinden.
Waiblingen ist mit seinem Projekt „Neues Wohnen auf der Korber Höhe“ dabei. Vorgesehen ist ein generationenübergreifendes Quartier mit etwa 220 Wohneinheiten. Es kombiniert bezahlbares Wohnen, Pflege-Wohngemeinschaften, Mikro- und Clusterwohnungen sowie barrierefreies Wohnen.
Anspruchsvoller Nord-Ost-Hang
Die Gebäude sollen möglichst klimaneutral errichtet werden, insbesondere in Holz- oder Holz-Hybridbauweise. Gleichzeitig ist das Grundstück anspruchsvoll: Der Nord-Ost-Hang oberhalb der Kreisstraße nach Korb, bestehender Straßenverkehrslärm und schützenswerte Grünflächen erfordern eine sensible Planung.
Das Vorhaben auf der Korber Höhe wird an diesem Donnerstag, 16. April, in einer gemeinsamen Veranstaltung der Stadt Waiblingen und der Volkshochschule Unteres Remstal vorgestellt. Treffpunkt zu dem geführten Rundgang ist um 16 Uhr die Stauferstraße, Ecke Sörenbachbrücke. Gebühr: sechs Euro. Anmeldung bei der Volkshochschule unter Telefon 0 71 51 / 95 88 00 oder über die Homepage www.vhs-unteres-remstal.de.