Luxusuhren sind auch bei Diebesbanden Objekte der Begierde. Foto: picture-alliance/ dpa/Rolf Vennenbernd

Goldene Luxusuhren glänzen im Sonnenlicht am Handgelenk – und locken derzeit offenbar spezialisierte Trickdieb-Gruppen an.

Als sich der Passant gegen die Zudringlichkeiten einer jungen Frau wehrt, ist es auch schon zu spät. Die Trickdiebin hat ihm seine Rolex-Armbanduhr im Wert von mehreren Tausend Euro gestohlen. Ein 58-Jähriger wurde am Mittwoch in der Hauptmannsreute im Stuttgarter Westen das Opfer einer neuen Diebesserie im Raum Stuttgart.

 

Die etwa 25 bis 30 Jahre alte, nur 1,50 Meter große dunkelhaarige Frau hatte offenbar in Halbhöhenlage nach Herren mit Luxusuhren Ausschau gehalten. Gegen 9.15 Uhr sprach sie den 58-Jährigen an, der gerade vor seinem Auto stand, „und fragte ihn nach einer Arbeitsstelle“, so Polizeisprecherin Denise Ray. Ehe sich der Mann noch lange darüber wundern konnte, griff sie nach seiner linken Hand, versuchte ihn links und rechts auf die Wange zu küssen. Der Mann wehrte sich, doch unbemerkt fingerte die Frau die Rolex-Uhr vom Handgelenk. Dann verschwand sie. „Womöglich spielte noch ein graues Fahrzeug eine Rolle“, sagt die Polizeisprecherin. Mit einem Kennzeichen einer Stadt in Nordrhein-Westfalen.

Fluchtfahrzeuge aus Nordrhein-Westfalen

Ein Zufall? Ein graues Auto wurde auch bei einer ähnlichen Tat in Kirchheim/Teck (Kreis Esslingen) am 12. Juli gesichtet. Trickdiebinnen, die am 23. Juni in Neuhausen auf den Fildern (Kreis Esslingen) und am 2. Juli in Stuttgart-Nord zugriffen, waren ebenfalls mit Autos aus Städten in NRW unterwegs. In Holzgerlingen (Kreis Böblingen) am 3. Juli fiel dagegen ein weißer BMW mit Pforzheimer Kennzeichen auf.

Von den Diebinnen fehlt bis heute jede Spur. Kommen sie wirklich aus Recklinghausen, Neuss oder Minden-Lübbecke? Sie haben auf der Suche nach ihren Opfern ganz offensichtlich Örtlichkeiten mit hoher Trefferwahrscheinlichkeit ausgesucht. Bei den Tatorten in Kirchheim und Holzgerlingen handelte es sich um Golfclubs. In Stuttgart wurde offenbar bessere Wohnlagen durchstreift, und gut situierte Passanten waren die Zufallsopfer. In einem Fall verschwand eine Luxusuhr im Wert von mehr als 20 000 Euro.