Diego Maradona (Mitte) im Duell mit Karl Allgöwer und Nils Schmäler. Foto: imago/Herbert Rudel

Anfang des Jahres haben wir die zehn besten Spiele des VfB Stuttgart aufgearbeitet. In einem spielt der an diesem Mittwoch verstorbene Diego Maradona eine Hauptrolle. Die Zeitreise führt uns zurück ins Jahr 1989, als der VfB sich im Uefa-Cup-Finale dem SSC Neapel geschlagen geben musste.

Stuttgart - Ein Spiel, in dem sich Fritz Walter und Diego Maradona gegenüberstehen, kann eigentlich nur legendär sein. Auch wenn es für den VfB am Ende nicht den erhofften Uefa-Cup-Sieg gab, so war das Finale im Vorgänger-Wettbewerb der Europa League von 1989 doch eines der größten Spiele der Vereinsgeschichte.

Bengalische Feuer im Stadion San Paolo

Zuvor hatten Napoli den FC Bayern München im Halbfinale aus dem Rennen geworfen. Dann das Hinspiel des VfB im Stadion San Paolo in Neapel am 3. Mai 1989, wo der VfB von den bengalischen Feuern und dem Gesang der Tifosi unbeeindruckt auf dem Rasen gleich Tempo machte. Einen Freistoß der Stuttgarter tippte Asgeir Sigurvisson nur kurz an, dann zog Maurizio Gaudino ab – und es stand 1:0 für den VfB.

Doch der SSC Neapel ging letztlich als 2:1-Sieger vom Platz. Das 1:1 durch einen verwandelten Elfmeter des argentinischen Superstars Diego Maradona empfand sogar die italienische Zeitung „Gazetto dello Sport“ als „eine sehr generöse Entscheidung des Schiedsrichters.“ Günther Schäfer war zuvor der Ball nach einem Schuss von Maradona unglücklich an die Hand gesprungen. Der SSC-Spielmacher, seinerzeit der beste Spieler der Welt, legte sich den Ball auf den Punkt, trat an – der Ausgleich. Und der SSC Neapel legte sogar noch nach – 2:1 durch den Brasilianer Careca, das war die Ausgangslage fürs Rückspiel.

Das 3:3 im Neckarstadion reicht nicht

Dies fand am 17. Mai vor 66.800 Fans im Neckarstadion statt. Schon beim Aufwärmen zog Maradona wieder alle in seinen Bann. Wie ein Zirkusartist ließ er den Ball auf Knie, Fußspann oder sogar von einer Schulter auf die andere hüpfen – alles im Rhythmus der im Stadion eingespielten Klänge von Opus’ „Live is Life“. Jürgen Klinsmann sagte 20 Jahre später dazu: „Wir waren so fasziniert, dass wir unser eigenes Aufwärmtraining vergaßen.“

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Klar war: Es musste für den VfB jetzt ein Sieg mit zwei Toren Unterschied her. Nach 20 Minuten war dieser Traum für die Spieler von VfB-Trainer Arie Haan aber bereits so gut wie geplatzt: Der SSC Neapel ging durch Alemao in Führung. Jürgen Klinsmann glich aus, es folgten aber das 1:2 durch Ciro Ferrara und gar das 1:3 durch Careca.

Am Ende gab es immerhin ein respektables 3:3. Olaf Schmäler hatte nach einem Eigentor der Italiener noch in der letzten Spielminute das Tor zum 3:3-Unentschieden erzielt. Doch es nutzte nichts mehr. Der Uefa-Pokal ging im Frühjahr 1989 an Diego Maradona und den SSC Neapel.

Aufstellung Hinspiel in Neapel

SSC Neapel: Giuliani – Renica, Ferrara, Corradini (46. Crippa), de Napoli, Alemao, Fusi, Francini, Careca, Maradona, Carnevale.

VfB Stuttgart: Immel – Allgöwer, Schmäler, Hartmann, Buchwald, Schäfer, Katanec, Sigurvinsson, Schröder, Gaudino, Walter (75. Zietsch).

Aufstellung Rückspiel in Stuttgart

VfB Stuttgart: Immel – Allgöwer, Schmäler, Hartmann, Schäfer, Katanec, Sigurvinsson, Schröder, Gaudino, Klinsmann, Walter (78. Schmäler).

SSC Neapel: Giuliani – Renica, Ferrara, Corradini, de Napoli, Alemao (31. Carannante), Fusi, Francini, Careca (72. Bigliari), Maradona, Carnevale.

Das war der Auftakt unserer kleinen Serie zu den besten Spielen der VfB-Vereinsgeschichte. In den kommenden Tagen werden wir auf weitere Highlight-Partien der Schwaben blicken.

Klicken Sie durch unsere Bildergalerie: Das war das Uefa-Cup-Finale 1989 VfB gegen SSC Neapel

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