Krassimir Balakovs Tor bewahrte den VfB vor dem Abstieg. Foto: imago sportfotodienst

In unserer Serie zeigen wir Ihnen die zehn größten, schönsten, emotionalsten, aber auch wichtigsten Spiele des VfB Stuttgart. In dieser Folge: der Klassenerhalt ein Spieltag vor Schluss gegen den Meisterkandidaten FC Schalke 04 im Jahr 2001.

Stuttgart - Der vorletzte Spieltag der Bundesliga-Saison 2000/01. Der VfB um Trainer Felix Magath ist akut abstiegsgefährdet, während auf der anderen Seite Huub Stevens Schalker die Meisterschale fast schon in der Hand haben. Beide Trainer werden später für den jeweils anderen arbeiten. Die Rollen waren klar verteilt: David gegen Goliath - eigentlich konnte Schalke gar nicht verlieren. Die Ausgangssituation war ebenso klar: gewinnen die Königsblauen das Spiel, kann ihnen so gut wie nichts mehr passieren. Gewinnt der VfB, verbleibt er in der Bundesliga.

Zu Beginn sah auch alles gut aus für die Königsblauen. Die 20.000 Mitgereisten aus dem Ruhrpott machten mächtig Stimmung. Doch den herbeigesehnten frühen Führungstreffer verhinderte VfB-Keeper Timo Hildebrand nach sechs Minuten mit einer Glanzparade. Nach diesem ersten Höhepunkt folgte eine langweilige restliche erste Hälfte. Stuttgart verhielt sich defensiv, Schalke hingegen wollte nicht ins offene Messer laufen. Eine Pausenführung hätte keines der beiden Teams verdient gehabt.

Nemecs Rettungsversuch gegen Balakov kommt zu spät

Beim Konkurrenten in München sah es ähnlich aus – 1:1 gegen Kaiserslautern. Somit für die Gäste kein Grund zur Eile. Zum Ende hin nahm die Partie auf einmal Fahrt auf. Fast 90 Minuten lang hatte es im Gottlieb-Daimler-Stadion 0:0 gestanden. In der Nachspielzeit dann aber Alarm: Getümmel am Schalker Strafraum. Hajto konnte nicht klären, Nemecs Rettungsversuch gegen Balakov kam zu spät. Der Bulgare zog ab, und das Leder schlug rechts unten ein. 1:0 für die abstiegsbedrohten Hausherren. Sekunden später eine weitere Hiobsbotschaft für die Gelsenkirchener: die Bayern waren in Führung gegangen, die Meisterschaft damit futsch.

Während die Roten den Klassenerhalt aus eigener Kraft feierten, waren die Schalker am Boden. Die Mannschaft geht als „Meister der Herzen“ in die Geschichte ein – aber die „Schade Schalke, alles ist vorbei“-Gesänge der Schwaben tun dem Schalker Herz noch heute weh.

Aufstellung:

VfB Stuttgart: Hildebrand – Hinkel, Marques, Bordon, Wenzel, Meißner, Soldo, Kauf, Balakov, Dundee, Adhemar (80. Ganea).

FC Schalke 04: Reck – Hajto, Waldoch, Nemec, Kamphuis, van Hoogdalem, Büskens, Asamoah, Möller, Sand (90. Mulder), Mpenza.

Lesen Sie hier den 1. Teil der Serie: Als Diego Maradona nicht nur den VfB verzauberte

Lesen Sie hier den 2. Teil der Serie: Als Guido Buchwald den VfB zum Titel köpfte

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