„Die Zauberflöte“ vor ihrer Premiere in Göppingen Magische Welt vor imposanter Kulisse

Von Philipp Braitinger 

„Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart präsentieren die Staufer Festspiele   in der Göppinger Werfthalle an insgesamt sieben Abenden. Foto: Horst Rudel
„Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart präsentieren die Staufer Festspiele in der Göppinger Werfthalle an insgesamt sieben Abenden. Foto: Horst Rudel

Die Göppinger Staufer Festspiele präsentieren in diesem Jahr „Die Zauberflöte“. Einen Aspekt der Mozart-Oper hebt der Regisseur und Intendant Alexander Warmbrunn dabei besonders hervor: die Liebe.

Göppingen - Große Gefühle auf einer großen Bühne: Diese Kombination erwartet die Zuschauer in der Göppinger Werfthalle. Die Staufer Festspiele zeigen „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Oper aus dem Jahr 1791 zählt bis heute zu den am häufigsten gezeigten Stücken. „Sie ist auch für Erstbesucher geeignet, weil sie viel volksliedhaftes hat“, erklärt der Regisseur und Intendant Alexander Warmbrunn die Popularität der Oper. Hinzu kämen die gesprochenen Dialoge und die Musik Mozarts, welche die Zauberflöte einem breiten Publikum zugänglich machten, ergänzt er.

So könne die Oper durchaus auch als Märchen verstanden werden, das eine Lebensreise oder Sinnsuche mit einprägsamen Charakteren und manchmal auch wunderlichen Wendungen erzähle. Allerdings seien das Stück und seine Musik nur vermeintlich leicht zugänglich, findet der Regisseur. „Es führt auch in Abgründe.“ Hintergründig ist die Oper nämlich voller Rätsel, Widersprüche und Fragen. So geht es auch um die Gegensätze zwischen der Dunkelheit und dem Licht, dem Hass und der Weisheit. Die Widersprüche kommen in den jeweiligen Welten der Königin der Nacht und des Sarastro zum Ausdruck. Hinzu kommt die Symbolik der Freimaurer, die in das Stück einfließt. So spielt die Zahl drei, die in der freimaurerischen Symbolik als wichtigste der sogenannten heiligen Zahlen gilt, eine ganz besondere Rolle. Es gibt drei Knaben, drei Tempel sowie drei Prüfungen.

Warmbrunns zweite Zauberflöten-Inszenierung

Unter den vielen Aspekten, die die Oper bietet, hat der Regisseur Warmbrunn in seiner Inszenierung einen besonders herausgearbeitet: die Liebe. Dabei hätte es unzählige weitere Aspekte gegeben, die sich aus den Handlungssträngen und Konstellationen angeboten hätten, beispielsweise der Kampf des Sarastro mit der Königin der Nacht oder die Emanzipation der Pamina im Verlauf der Geschichte. Doch für Warmbrunn ist die Liebe das zentrale Thema des Stücks. Sie sei die Triebfeder des Menschen. „Liebe und Tod – Eros und Thanatos, zwischen diesen beiden Polen spielt sich unser Leben ab“, erklärt der Intendant. Für Warmbrunn ist es die zweite Zauberflöten-Inszenierung seiner Karriere. Routine kommt deshalb aber nicht auf. Aufgrund des Facettenreichtums des Stücks könne man die Zauberflöte als Regisseur immer wieder machen, meint er.

Die tragenden Rollen des Stücks sind hochkarätig besetzt. So war der Tenor Maximilian Mayer, der in Göppingen als Tamino auf der Bühne steht, bereits am Staatstheater Baden als Beppo in Leoncavallos „Bajazzo“ zu sehen. Zuletzt gehörte Mayer zum Ensemble des Staatstheaters am Gärtnerplatz in München. Aus Göppingen stammt die Sopranistin Jessica Eckhoff, die in die Rolle der Pamina schlüpft. Stammbesuchern der Staufer Festspiele ist sie bestens bekannt, war sie doch schon in früheren Aufführungen zu sehen und zu hören.

Es gibt noch Tickets für alle Vorstellungen

Taminos Begleiter Papageno wird in Göppingen von dem Bariton Johannes Mooser verkörpert. Der Sänger stand im Frühjahr in Berlin und Baden-Baden auf der Bühne, wo er in „Ritter Parceval“ die Rolle des Amfortas innehatte. Der Bass Timo Riihonen wird die Partie des Sarastro spielen. Der Sänger ist unter anderem an der Mailänder Scala und den Bayreuther Festspielen engagiert. Den Part der Königin der Nacht übernimmt die Sopranistin Galina Benevich. Sie ist ein festes Mitglied der Staatsoper in Breslau.

Die Württemberger Symphoniker werden mit ihrer Musik die emotionale Dimension des Geschehens begleiten, das riesige Bühnenbild tut vermutlich ein übriges. Die Bühne ist zunächst im Stil eines barocken Schlosshofes angelegt. Durch moderne Projektionstechnik werden die hohen Wände allerdings regelmäßig mit wechselnden Hintergründen bespielt, die das Geschehen eindrucksvoll untermalen.

An diesem Freitag findet die Premiere der „Zauberflöte“ statt. Insgesamt gibt es sieben Vorstellungen. Und wer noch ein Ticket ergattert, darf den abenteuerlustigen Prinzen Tamino in der Werfthalle knapp drei Stunden lang dabei verfolgen, wie er die schöne Prinzessin Pamina sucht.

Nach der Premiere an diesem Freitag, 7. September, ist „Die Zauberflöte“ am 8., 9. und 11. September, sowie am 13., 14. und 15. September in der Göppinger Werfthalle zu sehen. Die Vorstellungen beginnen um 19.30 Uhr. Nur am kommenden Sonntag, 9. September wird die Oper bereits von 18 Uhr an aufgeführt. Für alle Termine der Staufer-Festspiele gibt es noch Eintrittskarten. Die Preise für die Tickets liegen zwischen 33 und 55 Euro.

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