Als „Super Nanny“ half Katharina Saalfrank Eltern mit schwer erziehbaren Kindern. Foto: dpa

Anlässlich der neuen Staffel von „Promi Big Brother“ schauen wir zurück auf ähnlich fragwürdige Formate der Vergangenheit. Dabei stellt man fest: Manche Trash-TV-Formate fehlen doch sehr in der heutigen Fernsehlandschaft.

Stuttgart - Schaltet man dieser Tage den Fernseher an, läuft einem ein schräges Format nach dem anderen über den Weg. In der RTL-Datingshow „Die Bachelorette“ sucht Gerda Lewis die große Liebe. Im „Sommerhaus der Stars“, zu finden auf demselben Sender, verbringen Promis den Tag damit, sich in Spielchen zu messen und im Anschluss gegenseitig zu beschimpfen. Seit Freitag reiht sich ein Klassiker in diese Reihe von Trash-TV-Formaten, also Serien ohne großen intellektuellen Anspruch: Eine neue Staffel von „Promi Big Brother“ läuft auf Sat.1 an. Nicht erst seit diesem Jahr kommt Trash TV gut im deutschen Fernsehen an. Hier kommen sieben Formate, die so fragwürdig waren, dass wir sie bis heute vermissen.

Unvergessen bleibt das Format „Einsatz in 4 Wänden“, das von 2003 bis 2013 auf RTL zu sehen war. Moderatorin Tine Wittler trat dabei als „Wohnexpertin“ auf und renovierte mit ihrem Team Zimmer, später ganze Häuser. Während der Renovierung zogen die Bewohner dem Anschein nach in ein Wohnmobil, das sogenannte „Tinemobil“.

Eltern schwer erziehbarer Kindern wurde von der „Super Nanny“ geholfen. Auf dem Sender RTL lief die Coaching-Sendung mit Diplom-Pädagogin Katharina Saalfrank von 2004 bis 2011. In jeder Folge wurde eine Familie bei der Erziehung eines oder mehrerer Kinder beraten. Dafür beobachtete Saalfrank zunächst die Kinder bevor sie schließlich eingriff und die Eltern beriet. Sie prägte auch die Methode der „stillen Treppe“ für ganz schwierige Fälle. Das Originalformat „Supernanny“ stammt aus Großbritannien.

In „Britt – Der Talk um eins“ wurde über zwölf Jahre lang über so ziemlich alles gesprochen, was man sich vorstellen kann. Moderatorin Britt Hegdorn moderierte die Talkshow die sich meist um Themen wie Seitensprünge, Familienstreits oder Lügen drehte. Die Sendung lief fünf Tage die Woche, stets um 13 Uhr. 2013 wurde „Britt“ zum letzten Mal ausgestrahlt.

Auch der US-amerikanische Sender MTV lieferte Serien, die sich gut im Genre Trash-TV verorten lassen. Wer erinnert sich beispielsweise noch an die Realityshow „Flavor of Love“? Der Rapper „Flavor Flav“ suchte darin eine Partnerin. Die Show war aber vor allem gekennzeichnet von Streits, Intrigen und viel nackter Haut. Das Markenzeichen von „Flavor Flav“: Eine riesige Uhr, die er stets um den Hals trug. „Flavor of Love“ war von 2006 bis 2008 zu sehen.

Eine weitere Perle der deuschen Nachmittagsunterhaltung: „Zwei bei Kallwass“, später „Kallwass greift ein!“ Von 2001 bis 2013 schlichtete Angelika Kallwass auf Sat.1 Konflikte zwischen zwei oder mehr Personen, oft ging es um Beziehungsprobleme. Echte Fälle waren hier nicht zu sehen.

Scheinbar waren früher Erziehungssendungen äußert beliebt im TV. Vier Jahre lang war „Die strengsten Eltern der Welt“ auf Kabel eins und Sat.1 zu sehen. Die Dokusoap zeigte schwer erziehbare Jugendliche, die für zwei Wochen in ein fremdes Land zu Gasteltern gebracht wurden. In der neuen Umgebung herrschten meist ganz andere Sitten als daheim, oft mussten die Jugendlichen körperliche Arbeit verrichten um in der Familie respektiert zu werden. Zum Schluss kehren die Problemfälle wieder zu ihren Eltern zurück. 2013 lief die letzte Folge der Sendung.

Dem Unrecht auf die Spur kam Carsten Stahl in der Pseudo-Dokusoap „Privatdetektive im Einsatz“. Von 2011 bis 2014 löste Stahl gemeinsam mit seinen Teams Fälle. Action und Kampfszenen kamen dabei nicht zu kurz. Von 2011 bis 2914 lief die Serie im deutschen Fernsehen.

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