Die Präsentation von „Die Sims 3“ 2008: Heute feiert die Spielereihe bereits ihr 20-jähriges Jubiläum Foto: imago/ZUMA Press/imago stock&people

Viele Kinder der Neunziger erinnern sich an stundenlange Hauseinrichtungen, den sadistischen Verkauf von Pool-Leitern und eine betonungslastige Fantasiesprache: „Die Sims“ erschien vor 20 Jahren und war teilweise seiner Zeit voraus.

Stuttgart - Als „Die Sims“ vor 20 Jahren erstmals in den USA erschienen ist, war die Welt noch eine andere. Die Popgruppe Echt, Stefan Raab und Modern Talking standen in den deutschen Single-Charts, die erste rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder war an der Macht. Und auf den Computern lief noch Windows 2000.

Im Februar 2000 veröffentlichte EA dann erstmals einen Teil der Spielreihe. Dieser war seiner Zeit teilweise voraus. Spieler konnten nicht nur andere Identitäten und Lebenswege ausprobieren, auch gleichgeschlechtliche Beziehungen einzugehen war möglich und ein Novum in der Gaming-Branche. Kritiker bemängelten, dass sich Spieler wohl kaum auch in der Freizeit mit Alltagsproblemen auseinandersetzen wollten.

Alleine bis 2014 über 175 Millionen Verkäufe

Der kommerzielle Erfolg widersprach ihnen. Die Spielreihe, indem die Spieler Haushalte gründen, einrichten und den Mitgliedern Befehle erteilen konnte, wurde ein riesiger Erfolg. So wurden die Games laut Angaben von Herausgeber Electronic Arts bis 2014 alleine 175 Millionen mal verkauft.

Allgemein war es wohl die Freiheit, im virtuellen Raum zu experimentieren, die viele Spieler an den Bildschirm fesselte. Sei es, um sein Traumhaus einzurichten, Sozialexperimente durchzuführen oder die Logik des Spiels auszutesten. Ein Klassiker beispielsweise: Der Verkauf der Pool-Leiter, während die eigenen Sims sich gerade im Wasser erfrischten. Unter Geschwistern wurde dies zum zuverlässigen Trick, um die von Bruder oder Schwester erstellten Charaktere ertrinken zu lassen.

„Sims“ wurden Teil der Popkultur

Popkulturell wurde die Spielreihe ebenfalls mehrfach aufgegriffen, so nahmen etwa diverse Bands und Künstler Hits auch in „Simlish“, der Fantasiesprache des Spiels, auf. Diese beinhaltet Elemente aus der ukrainischen, tagalischen und der Navajo-Sprache und ist vor allem über Tonfall und Betonung zu verstehen:

Im Gegenzug bauten manche Spieler beispielsweise die Intros von populären TV-Serien nach:

Neben anderen bekannten Spielereihen wie „Super Mario“ oder „Grand Theft Auto“ hat „Sims“ daher vermutlich nicht nur die Gaminglandschaft nachhaltig geprägt. Und auch nach 20 Jahren ist kein Ende in Sicht: EA hat bereits bestätigt, dass schon an einem fünften Teil der Lebenssimulation gearbeitet wird.

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