Auch der Landrad Richard Sigel jagt im Rollstuhl dem Ball. Foto: Brigitte Hess

Die „Rolling Stars“ des TSV Schmiden hängen bei einem Freundschaftsspiel die politische Prominenz ab. So kommt auch der Landrat Richard Sigel ins Schwitzen.

Fellbach - Im Rollstuhl ist Richard Sigel am Sonntag ganz schön ins Schwitzen gekommen. Der Landrat des Rems-Murr-Kreises war als Schirmherr der 1. Inklusions-Challenge der „Rolling Stars“ des TSV Schmiden am Sonntagmittag in der Schmidener Sporthalle nicht nur ein geschätzter Redner, sondern er hatte auch sein eigenes Sportdress mitgebracht und auf zwei Rädern gegen die Jugendgruppe der „Rolling Stars“ gekämpft.

Auch die Fellbacher Stadt- und Rems-Murr-Kreisräte Christian Hinrichsen und Andreas Möhlmann sowie Stadträtin Sybille Mack, Stadtrat Karl Würz und Kreisrätin Karin Rentschler gaben ihr Bestes im Rollstuhl. Der Erste Bürgermeister Günter Geyer musste die Veranstaltung absagen, ihn hat der Grippevirus erwischt.

Das Spiel wird den Spielern angepasst

„Das Spiel wird den Spielern angepasst und nicht der Spieler dem Spiel“, erklärte Ute Bremer, die Trainerin der 20-köpfigen Breitensportgruppe und Organisationschefin der Veranstaltung. Gemeinsam mit Christian Hinrichsen hatte sie diese Form des Rollstuhl-Basketballs entwickelt und das Konzept auch an den Deutschen Rollstuhlverband weitergegeben. Dass jeder in gewisser Weise „behindert“ sei, demonstrierte sie mit einer Frage an die Männer: „Wer von Ihnen kann zehn Minuten in zehn Zentimeter hohen Highheels rennen? Sie könne das auch nicht“, sagte Brenner: „Also sind wir beide behindert!“

Nach den Freundschaftsspielen – auch eine Gruppe von Flüchtlingen und eine Vertreterin der Firma Bosch nahmen teil – gab es ein Rahmenprogramm mit Rollstuhl-Tischtennis, Rollstuhl-Luftballonfederball und weiteren Sportarten der Rollifahrer. Am Nachmittag spielte die Band Rewound. Die Anteilnahme der Bevölkerung halte sich in Grenzen, aber man wolle die Inklusions-Challenge etablieren. Sie soll künftig jährlich oder alle zwei Jahre stattfinden, sagte Christian Hinrichsen. Ihm sei es wichtig, weitere Gruppen aus der Bevölkerung – etwa aus Firmen und Vereinen – zu gewinnen, sodass künftig noch mehr Teams gegeneinander antreten.

Fellbach spielt eine Vorreiterrolle

Der Landrat Richard Sigel, der der Stadt Fellbach eine „Vorreiterrolle in Sachen Inklusion“ bescheinigte, sagte: „Ich bin überzeugt, dass Sportveranstaltungen wie diese geeignet sind, um auf ungezwungene und fröhliche Weise Begegnung zu schaffen.“

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