Die Außenminister Chinas und der USA treffen sich. Nicht nur das Wetter ist dabei eisig, kommentiert Christian Gottschalk.
Stuttgart - In Anchorage, Alaska, ist das Thermometer in der Nacht zum Freitag auf minus 20 Grad gefallen. Das ist ziemlich eisig, und das passt ziemlich gut. Anchorage ist der Ort, an dem sich zum ersten Mal die Außenminister Chinas und der Biden-Regierung gegenüberstehen. Das Verhältnis der beiden Länder entspricht den Temperaturen.
Ein doppeötes, und eindeutiges Signal
Signale der Entspannung sind zum Auftakt erst einmal ausgeblieben, im Gegenteil, der Ton wird rauer. Während die EU Sanktionen gegen China wegen Menschenrechtsverletzungen an Uiguren in Xinjang auf den Weg bringt, haben die USA noch einmal weitere Sanktionen wegen Hongkong verhängt, und zudem Betriebsgenehmigungen für chinesische Telekommunikationsunternehmen in den USA widerrufen. Aus Peking kamen harsche Worte zu einer gemeinsamen Erklärung aus Washington und Tokio, wo US-Außenminister Blinken bei seiner ersten Auslandsreise vor dem Treffen mit dem chinesischen Kollegen Hallo gesagt hat. Das war ein doppeltes, und ein eindeutiges Signal: Erstens: Die außenpolitische Musik spielt in den kommenden Jahren in der Pazifik-Region. Zweitens: Anders als unter Donald Trump werden die Verbündeten der USA wieder mehr geachtet.