Die Leica V-Lux Ein außergewöhnlicher Reisebegleiter

Von Julian Wenzel 

Wer auf Reisen gerne zoomt und weit entfernte Motive aufnehmen möchte, findet in der Leica V-Lux eine perfekte Urlaubsbegleitung.

Gleich vorab: diese Leica Kamera ist wahrscheinlich das außergewöhnlichste Modell, das Leica im Sortiment hat. Optisch und technisch passt sie sich nicht ganz in das Bild ein, was man sonst von den Kameras mit dem roten Punkt im Kopf hat. Und das ist gar nicht negativ gemeint! Warum sie anders ist?

Da ist zunächst der Sensor: er ist 1 Zoll groß und damit zwar einer der kleinsten Sensoren, die Leica im aktuellen Produktsortiment anbietet. Für eine so kompakte Kamera wie die Leica V-Lux ist der Sensor allerdings ziemlich groß. Deswegen liefert er auch stimmungsvolle Abend- oder Nachtaufnahmen, die wesentlich besser als bei den bisherigen Bridge- oder auch Kompaktkameras ausfallen.

Das Besondere an dieser Leica ist aber vor allem das fest verbaute Objektiv. Das überzeugt mit einem unglaublichen 16-fachen, optischen Zoom. Dazu kommt eine hervorragende Lichtstärke, die bei Aufnahmen im Dunkeln nützlich ist und Portraits mit verschwommenem Hintergrund möglich macht. Mit verbaut ist zudem ein hervorragender Bildstabilisator, der auch bei maximalen Zoom handgehalten für absolut verwacklungsfreie Bilder sorgt.

Ein Feature, das besonders auch im Zusammenspiel mit der 4K-Videofunktion nützlich ist und für ruhiges Bewegtbild sorgt.

Enger Austausch mit Panasonic

Wer sich mit der Fotobranche beschäftigt, hat wahrscheinlich mitbekommen, dass Leica und Panasonic schon lange gemeinsames Ding machen. Deswegen ist die Kamera technisch verwandt zur Panasonic Lumix DMC-FZ1000. Spätestens bei der Bedienung und im Menü merkt man diese Kooperation. Das ist nämlich fast eins zu eins übernommen und wie von Pansonic gewohnt übersichtlich und verständlich gestaltet. In der Leica kommt allerdings eine andere Software zum Einsatz, die Bilder mit natürlicheren Farben speichert. Zudem herrscht bei dem deutschen Hersteller traditionsbedingt eine härtere Qualitätssicherung, was Leica gegenüber Panasonic abhebt.

Beim haptischen Eindruck kann die Leica V-Lux zwar nicht mit ihren großen Brüdern der TL- oder M-Serie mithalten – dafür kostet sie ja auch nur einen Bruchteil. Das wird aber wieder mit einem anderen Plus wettgemacht: Leica bietet für die V-Lux standardmäßig eine dreijährige Garantie an. Das sorgt für ein ruhiges Gewissen auf Reisen.

Fazit

Zu Beginn durch die außergewöhnliche Form und Größe etwas gewöhnungsbedürftig, entpuppt sie sich schnell als perfekte Familienkamera. Sie macht sowohl im Urlaub auf Städtetrip durch den großen Zoombereich, aber auch beispielsweise auf dem Fußballplatz durch den tollen Telebereich (bis zu 400mm) eine gute Figur.

Durch die integrierte WiFi-Funktion lassen sich die Bilder außerdem direkt aufs Smartphone übertragen. Mit ihrer Vielseitigkeit, Kompaktheit und dem vergleichsweise günstigen Preis, bedient sie die Ansprüche aller Kamerainteressierten, die keine Profiausrüstung brauchen und dennoch gute Bildqualität und hohe Flexibilität schätzen.

Und sie richtet sich auch an die, die im Urlaub nicht fünf zusätzliche Objektive mit sich herumschleppen möchten. Und ich schreibe aus eigener Erfahrung, dass man das definitiv nicht immer möchte.