VfB-Trainer Bruno Labbadia und sein Co Eddy Sözer nach dem Treffer von Christian Gentner zum 4:4. Foto: imago sportfotodienst

In unserer letzten Serie haben wir Ihnen unsere zehn größten, schönsten, emotionalsten, aber auch wichtigsten Spiele des VfB Stuttgart gezeigt. Nun stellen wir Spiele vor, die bei unseren Lesern bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Dieses Mal: Als Christian Gentner dem Wahnsinnsspiel im Westfalenstadion ein Ende setzte.

Stuttgart - Es gibt wohl kaum einen VfB-Fan, der sich nicht an einen gewissen Freitagabend im März 2012 erinnert. Facebook-User Markus Stehle war live im Stadion und schreibt, er sei am Rande eines Herzinfarktes gewesen – das ging wohl nicht nur ihm so. Schließlich schien zur Halbzeit alles für den Tabellenführer und späteren Meister zu laufen. Nach etlichen Großchancen trafen die Borussen nach einer guten halben Stunde durch Shinji Kagawa zum Führungstreffer. Nach dem Seitenwechsel drängten die Schwarz-Gelben sofort auf den zweiten Treffer, welcher dann auch nach nur vier Minuten fiel. Soweit, so gut – alles normal in solch einem Auswärtsspiel im ausverkauften Signal-Iduna-Park.

Vedad Ibisevic bringt den VfB zurück ins Spiel

Was der aber dann sah, war ein rasantes Spiel, mit Torraumszenen und pausenlosem Zug zum Tor – nun aber auf beiden Seiten. Mats Hummels sprach nach der Partie sogar, abgesehen von der gewonnenen Meisterschaft, vom bis dato zweiten Höhepunkt seiner Fußballerkarriere. Nach einer guten Stunde ging die wilde Fahrt dann so richtig los. So klingelte es in der 71. Minute erstmals im Dortmunder Tor: Vedad Ibisevic verlud Roman Weidenfeller lässig – der 2:1-Anschlusstreffer war perfekt. Christian Gentner, gerade eingewechselt, hatte an den Sechzehner zu Georg Niedermeier gespielt, der volley auf den Bosnier ablegte. In den restlichen 22 Minuten überschlugen sich die Ereignisse: Julian Schieber erzielte innerhalb von zwei Minuten einen Doppelpack – 3:2 für die Gäste.

Die Moral der Mannschaft von Jürgen Klopp hätte am Ende sein müssen – war sie aber nicht. Der VfB verlor den Ball im Vorwärtsgang. Sebastian Kehl passte zu Hummels, der nicht angegriffen wurde und aus 18 Metern flach ins linke Eck einschoss. Fünf Minuten später brachte Ivan Perisic den BVB per Dropkick wieder in Führung. Somit wähnte sich der Meister am Ziel, der VfB unternahm in der Nachspielzeit aber einen letzten Anlauf. In der zweiten Minute der Nachspielzeit: Ein hoher Ball landete im gegnerischen Strafraum, Marcel Schmelzer legte per Kopf unfreiwillig auf Gentner vor. Der Joker umspielte Kehl und jagte den Ball aus acht Metern knallhart unter die Latte.

Aufstellung:

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer, Gündogan (67. S. Bender), Kehl, Blaszczykowski, Kagawa (81. Barrios), Großkreutz (79. Perisic), Lewandowski.

VfB Stuttgart: Ulreich – Sakai, Maza, Niedermeier, Boka (61. Molinaro), Kvist, Kuzmanovic, Harnik, Hajnal (70. Gentner), Schieber (84. Bah), Ibisevic.

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