Hier wurde der Pokal nur begutachtet – wenig später gab es den Siegerschampus direkt aus dem Pott und auch Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder ließ es sich nicht nehmen, sich einen tiefen Schluck zu gönnen. Foto: Baumann/Baumann

In unserer letzten Serie haben wir Ihnen unsere zehn größten, schönsten, emotionalsten, aber auch wichtigsten Spiele des VfB Stuttgart gezeigt. Auf Wunsch unserer Leser beschreiben wir nun weitere Highlightspiele aus der Vergangenheit – so wie jenes, als Jogi Löw den Pott nach Stuttgart holte.

Stuttgart - Nicht nur für viele unserer Leser, die dieses Spiel auf unserer Facebook-Seite als besonderen Höhepunkt gewertet haben, sondern auch für Giovane Elber war es ein besonderes Spiel. Der Brasilianer schoss den VfB am 14. Juni 1997 im Finale um den DFB-Pokal gegen den FC Energie Cottbus mit zwei Treffern in seinem letzten Pflichtspiel für den Club aus Cannstatt zum Titelgewinn. Es war der dritte und bisher letzte Pokalsieg des VfB in seiner Vereinsgeschichte. Die Mannschaft des Trainers Joachim Löw war als großer Favorit gegen die Lausitzer in die Partie gegangen, die in der Saison 1996/1997 erst den Aufstieg von der damals noch drittklassigen Regionalliga in die 2. Bundesliga schaffte. Die VfB Verantwortlichen gratulierten dem Gegner zu dieser Leistung damals mittels einer Anzeige in der Lausitzer Rundschau: „Respekt FC Energie Cottbus“, stand dort geschrieben. Zudem waren die Stuttgarter ob einer makellosen Pflichtspiel-Bilanz der Cottbusser gewarnt, denn diese hatten in 57 Pflichtspielen zuvor nicht verloren.

Den Gegner nur nicht unterschätzen, hieß also die Devise für den VfB – und die Wasenelf wurde ihrer Favoritenrolle gerecht. In der 18. und 52. Minute erzielte Giovane Elber die Tore zum 2:0-Sieg. Der Rest war grenzenloser Jubel in Weiß und Rot – erst am Abend in Berlin und am Tag darauf in Stuttgart. 20.000 Fans empfingen und feierten ihre Pokalhelden auf dem Marktplatz. Dort musste der Trainer Joachim Löw dann Abschied nehmen – und zwar von seinen Haaren. Die Spieler setzten mit der Haarschneidemaschine an und machten kurzen Prozess. Der Coach hatte im Vorhinein des Finales angekündigt, es manchen seiner Spieler gleichzutun, die sich bereits vor dem Endspiel von ihrer Haarpracht getrennt hatten.

Aufstellung:

VfB Stuttgart: Wohlfahrt – Verlaat, Haber, Berthold, Soldo, Poschner, Hagner. (71. Schneider), Legat, Balakov, Bobic (81. Gilewicz), Elber (89. Schwarz).

FC Energie Cottbus: Wehner – Hoßmang, Benken, Melzig, Kronhardt, Schneider (65. Zimmerling), Woltmann. (81. Enguelle), Irrgang, Zöphel, Konetzke, Seifert (65. Lazic)

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