Georg Niedermeier (li.) bejubelt einen seiner seltenen Treffer im VfB-Trikot Foto: Baumann

In unserer letzten Serie haben wir Ihnen unsere zehn größten, emotionalsten, aber auch wichtigsten Spiele des VfB Stuttgart gezeigt. Nun stellen wir Partien vor, die bei den Lesern Eindruck hinterlassen haben. Heute: ein denkwürdiger Auswärtssieg bei Eintracht Frankfurt.

Stuttgart - Für die zahlreich mitgereisten Stuttgarter Fans war dieser Nachmittag nicht so schnell zu vergessen: Die Partie in der Commerzbank-Arena im Februar 2016. Zwar musste der damalige VfB-Coach Jürgen Kramny in den ersten Spielminuten etwas zittern, um nicht in Rückstand zu geraten. Doch nach 27 Minuten durfte er jubeln: Lukas Rupp hatte Christian Gentner bedient, der zum 1:0 einschob. Sekunden vor dem Halbzeitpfiff erhöhten die Stuttgarter sogar noch auf 2:0, als Georg Niedermeier eine Ecke des damaligen Stuttgarters und heutigen Frankfurters Filip Kostic ins Zentrum zum freien Daniel Didavi köpfte. Der wuchtete das Leder aus kürzester Distanz im Flug unter die Latte.

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Zuvor hatten sich die Frankfurter schwarzgeärgert, was eine minutenlange Beschwerdereihe bei Schiedsrichter Peter Sippel nach sich zog: Nach einem Freistoß nahm Christian Gentner bei der Ballabwehr deutlich die rechte Hand zu Hilfe. Es gab allerdings keinen Strafstoß. Somit wurde die ohnehin angespannte Situation noch weiter befeuert. Nach einer verhängten Blocksperre für die Eintracht-Ultras hatten sich viele von ihnen zahlreich mit Tickets in Nähe des Gästeblocks eingedeckt.

Gentner als Mann des Spiels

Der zweite Durchgang startete mit einer stark drückenden SGE: Die Frankfurter starteten Angriff um Angriff, während sich die Gäste schwertaten, für Entlastung zu sorgen. Die logische Folge war das 1:2: Alexander Meier traf. Nur drei Minuten später lag sogar das 2:2 in der Luft, als Meier Torhüter Przemyslaw Tyton mit seinem Flachschuss schon überwunden hatte, doch VfB-Kapitän Gentner auf der Linie klärend in die Bresche sprang. Dies rächte sich: Niedermeier sprang nach einer Gentner-Flanke von der rechten Seite am höchsten und nickte das Leder wuchtig zum 3:1 ins linke Eck. Vorbei war damit aber noch lange nichts: Zunächst handelte sich Daniel Didavi die Gelb-Rote-Karte ein, ehe Meier mit einem Kopfball an der Querlatte scheiterte.

Trügerische Sicherheit: Am Ende stieg der VfB ab

Auch Carlos Zambrano musste kurze Zeit später vom Platz: Es gab Elfmeter und ebenfalls Gelb-Rot. Den fälligen Strafstoß verwandelte Kostic sicher zum vorentscheidenden 4:1. Artem Kravets erhöhte beinahe noch auf 5:1. Den Schlusspunkt verbuchte letztlich Szabolcs Huszti, der eine Ecke direkt zum 2:4 verwertete. Die Schwaben schoben sich damit nach vier Siegen in Folge ins gesicherte Mittelfeld vor. Eine trügerische Sicherheit. Am Ende der Saison stieg der VfB aus der Bundesliga ab.

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Aufstellung:

SG Eintracht Frankfurt: Hradecky – Regäsel (73. Gacinovic), Zambrano, Ayhan (46. Ben-Hatira), Oczipka, Russ, Stendera, Aigner (78. Medojevic), Fabian, Huszti, Meier.

VfB Stuttgart: Tyton – Großkreutz, Schwaab, Niedermeier, Insua, Dié, Rupp (81. Klein), Didavi, Gentner, Kostic (85. Maxim), Werner (64. Kravets).

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