Techniker der Lufthansa helfen in Brasilien bei der Demontage der Landshut. Foto: AFP

Das Dornier-Museum in Friedrichshafen feiert den Coup, die Landshut für sich gewonnen zu haben. Doch das Projekt ist noch nicht durchfinanziert. Und die Stadt ist zurecht nicht begeistert.

Friedrichshafen - Nichts gegen die Vision, ein vergessenes Techniksymbol des Widerstands gegen die RAF vor dem Verrosten zu retten und nach Deutschland zu holen. Anerkennung auch für die Entschlossenheit, dieses Vorhaben umzusetzen, und sei es unter Ausnutzung eines Rückenwinds, den der Bundestagswahlkampf liefert. Die kritische Frage schließlich, weshalb nun ausgerechnet Friedrichshafen der Ausstellungsort für die Landshut werden soll und nicht Bonn oder Flensburg oder Berlin, lässt sich mit einer simplen Gegenfrage kontern: Warum nicht? Wenn es schon keine territoriale Logik für den besten Museumsstandort gibt, dann soll eben das Geld entscheiden.

Allerdings: Die neuesten Vorgänge in Friedrichshafen lassen an eben jenem finalen Entscheidungsgrund zweifeln. Die Landshut soll ein Teil eines Privatmuseums werden, das aufgrund seiner Defizite die Förderung durch den Steuerzahler sucht. Vermitteln soll das ein Rathauschef, der bei der Terminplanung des Landshut-Projekts und dessen öffentlicher Vorvermarktung, in deren Rahmen sich ein Außenminister, ein Springer-Blatt und die Stifterfamilie Dornier gegenseitig Glanz verliehen, geflissentlich herausgehalten wurde.

Die Landshut kommt nach Hause, um diese schon leicht abgenutzte Wendung zu gebrauchen, aber ihre Rückkehr ist nicht durchfinanziert. Der Oberbürgermeister Brand hat recht, wenn er die Rolle als Nebenfigur, die leise das Steuersäckel aufzumachen hat, nicht ohne weiteres annehmen will. Es ist ein grober Fehler der federführenden Landshut-Enthusiasten gewesen zu glauben, im Jubel der vollendeten Tatsachen lösten sich die Detailfragen ums Geld schon von allein.

Die Not dürfte noch groß werden. Und sage diesmal niemand, der griesgrämige Kleingeist einer schwäbischen Mittelstadt verhindere mal wieder, dass eine große Idee in Deutschland in die Tat umgesetzt wird.

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