Der VfB Stuttgart legte gegen Mainz einen schlechten Start in die Saison hin. Foto: dpa

Augsburg, Stuttgart, Hannover und Nürnberg kommen im Kampf gegen den Abstieg einfach nicht voran. Für Trainer Andre Breitenreiter geht es am Wochenende wohl um seinen Job bei 96.

Hamburg - „Mit Salami“, sagte Andre Breitenreiter noch und grinste. Der Trainer von Hannover 96 wollte deftigen Belag auf der Pizza, die „die Verlierermannschaft“ eines kleinen Turniers im Training von Hannover 96 für das Team zu besorgen hatte. Der 45-Jährige bereitet den Tabellenvorletzten gut gelaunt auf die Partie bei Borussia Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) vor - dabei dürfte es Breitenreiters Endspiel sein. Im Gegensatz zu seinen Kollegen im Tabellenkeller Michael Köllner (1. FC Nürnberg), Markus Weinzierl (VfB Stuttgart) und Manuel Baum (FC Augsburg) muss Breitenreiter am Wochenende akut um seinen Job bangen. „Wir bereiten uns auf Dortmund vor, gemeinsam mit Andre Breitenreiter und mehr gibt es aktuell nicht zu sagen“, sagte Manager Horst Heldt, der von Klubchef Martin Kind den Auftrag bekam, den Trainermarkt im Auge zu haben - um notfalls handeln zu können. Es sieht nicht gut aus für Breitenreiter.

Hannover erlebt eine Horrorsaison

Wie die anderen Abstiegskandidaten aus dem Süden erlebt Hannover eine Horrorsaison, noch nie standen die Niedersachsen nach 18 Spielen so schlecht da. 96 hat die letzten 21 Auswärtsspiele in der Bundesliga nicht gewonnen - und jetzt wartet mit dem BVB auch noch der Tabellenführer. „Das Risiko des Abstiegs besteht“, sagte Kind: „Wir wollen die Klasse halten, und wir werden kämpfen.“ Jedenfalls haben sie in Hannover den Ernst der Lage erkannt - das ist in Nürnberg (zwölf Spiele in Serie ohne Sieg) zwar auch der Fall. Aber da vertritt Köllner nach den wiederkehrenden Pleiten des Tabellenletzten immer mal seine ganz eigene Sichtweisen. Und die sind immer ziemlich positiv. Dies „lässt mitunter doch einen gewissen Realitätsverlust befürchten“, schrieb die Nürnberger Zeitung deshalb. Sportvorstand Andreas Bornemann sprach Köllner auf dem Weg zum Spiel bei Mainz 05 (Samstag, 15.30 Uhr/Sky ) trotzdem noch einmal das Vertrauen aus und stellte „ein, zwei personelle Veränderungen“ in Aussicht. „Wir haben noch ein paar Tage Zeit“, sagte er dem Bayerischen Rundfunk, Qualität koste aber „ein paar Euro“. Und von denen hat der Club fast so wenig wie Punkte auf dem Konto. Aber Köllner traut seinem verunsicherten Team trotzdem vier Siege in Folge zu, wie sie Fortuna Düsseldorf zuletzt gelangen.

Stuttgart träumte von ganz anderen Sphären

Während in Nürnberg von Anfang an alle auf Klassenkampf eingestellt waren, träumte Stuttgart von ganz anderen Sphären. Vielleicht sitzt deshalb der Frust so tief beim Vorvorletzten, der mit 38 Gegentoren neben Nürnberg (41) die Schießbude der Liga ist. Die Stimmung bei den Fans kippt jedenfalls so langsam, und nun geht es für das Team von Markus Weinzierl auch noch zu Bayern München (Sonntag, 15.30 Uhr/Sky). Mario Gomez macht sich dennoch keine größeren Sorgen. „Wir haben jetzt 14 Punkte auf dem Konto, und ich bin überzeugt, dass diese Saison 34, 35 Punkte für den direkten Klassenerhalt reichen werden“, sagte der Angreifer der Sport Bild: „Das traue ich unserer Mannschaft absolut zu, deshalb bin ich überzeugt, dass wir drinbleiben.“ Augsburg hat als Tabellen-15. noch die komfortabelste Situation der Keller-Teams. Allerdings droht bei Borussia Mönchengladbach (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) neben dem Wirbel um Caiuby die Einstellung eines Negativ-Rekords: zehn Spiele hintereinander ohne Sieg. Baum setzt deshalb auf „Safety first“, um nicht „ins offene Messer zu laufen“.

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