Die Stuttgarter Johannes Lutz (rechts) und Christoph Lung suchen einen Investor für ihren Duschbrocken. Foto: TVNOW/Bernd-Michael Maurer

Als die Stuttgarter Christoph Lung und Johannes Lutz auf Weltreise sind, merken sie schnell, dass Shampoo und Duschgel nicht nur unpraktisch, sondern auch umweltschädlich sind. Sie entwickeln eine Alternative – mit der sie nur neun Monate später bei „Die Höhle der Löwen“ punkten.

Stuttgart - Christoph Lung und Johannes Lutz packen so einige Dinge aus ihren großen Rucksäcken, die sie auf ihrer Weltreise dabei hatten: Kleidung, eine Taschenlampe, ein Mikrofaser-Handtuch, einen Schlafsack – und je eine Flasche Duschgel und Shampoo in einer Plastiktüte verpackt. Doch die letzteren Produkte seien „super unpraktisch“, sagt der heute 27-Jährige Lutz am Dienstagabend im Staffelfinale der Vox-Gründersendung „Die Höhle der Löwen“. Denn: „Sie dürfen nicht mit ins Handgepäck, nehmen viel Platz weg, können auslaufen und wiegen auch viel zu viel.“

All das hat die beiden Stuttgarter, die sich während ihrer Weltreise kennengelernt haben, dazu veranlasst, eine Alternative zu entwickeln. „Duschbrocken“ heißt das Produkt, das die jungen Firmengründer den Investoren schmackhaft machen wollen. Vor einem guten Jahr habe die Produktionsfirma bei Lutz und seinem 30-jährigen Kollegen angefragt. Lange überlegen mussten sie da nicht: „Im deutschsprachigen Fernsehen ist ‚Die Höhle der Löwen’ schließlich die erfolgreichste und größte Plattform für Start-ups“, sagt Lutz. Die Vorbereitungszeit war kurz: „Wir haben erst eine Woche vor Drehbeginn die finale Zusage erhalten und mussten uns dann überlegen, wie wir den zweiminütigen Pitch gestalten.“

Shampoo und Duschgel zugleich

So erzählen Lutz und und Lung, dass es die feste Seife, die Shampoo und Duschgel zugleich ist, in Orange, Weiß und Blau gebe, dass sie nur etwa 90 Gramm wiege und für zwei Monate reiche. Bei der Herstellung hätten die Männern auf alles verzichtet, was die Umwelt belaste: Plastikverpackung, Palmöl, Mikroplastik, Sulfate und Silikone. Stattdessen basiere das Produkt auf Kokosöl, es sei vegan und frei von Tierversuchen. In der Sendung, die schon vor einem Jahr aufgezeichnet wurde, suchen die jungen Erfinder einen „Löwen“, der für zehn Prozent der Firmenanteile 250.000 Euro investiert.

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Und die „Löwen“ finden so einige Produktmerkmale zwar gut, den 2-in-1-Charakter etwa oder den intensiven erfrischenden Duft. Doch den einen fehlt das Alleinstellungsmerkmal, die anderen halten die Unternehmensbewertung für utopisch oder die Konkurrenz durch große Player für zu gefährlich. Doch die jungen Männer lassen sich davon nicht einschüchtern: „Wir waren immer zu 100 Prozent von unserem Produkt überzeugt“, sagt Lutz heute. „Und selbst, wenn es zu keinem Deal gekommen wäre, wäre es eine riesen Chance gewesen unseren Duschbrocken nur neun Monate nach dessen Entwicklung in der Sendung vorzustellen“, ergänzt er.

Bei Rossmann erhältlich

Umso glücklicher sind die beiden, dass sie am Ende auch einen Investor von ihrem Produkt überzeugen können: Ralf Dümmel, der Wunschlöwe der beiden Stuttgarter, bietet 250.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile – und die Männer schlagen ein. Seit der Aufzeichnung der Sendung hat sich so einiges getan: Lung und Lutz arbeiten erfolgreich mit einer Seifenmanufaktur zusammen, ein Unternehmen in Innsbruck und eines in Baden-Württemberg unterstützen zusätzlich bei der Produktion. „Und seit zwei Wochen steht unser Duschbrocken auch bei Rossmann in den Regalen“ sagt Lutz stolz.

Und was macht den Duschbrocken jetzt wirklich besonders? – „Wenn man eine gewöhnliche Seife benutzt, dann spannt die Haut danach oft“, sagt Lutz. Das sei mit dem Duschbrocken anders. „Und außerdem soll Nachhaltigkeit auch Spaß machen.“ Das bedeute, dass das Produkt in Sachen Schaum und Duft kompromisslos das gleiche Ergebnis erzeuge wie Flüssigprodukte und gleichzeitig mehr sei als ein olivgrünes Stück Seife.

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