Haben eine lange Abschiedstour vor sich: die Füenf Foto: Pressebild/Bernd Eidenmüller

Die Füenf wollen gehen, werden aber wiederkehren. Der lange Abschiedsweg der schwäbischen Schelme im Theaterhaus geht weiter.

Niemand singt schöner über Küchengeräte, Kraftfahrzeuge und Hautkrankheiten als die Füenf. Die süddeutschen A-cappella-Comedy-Spezialisten gründeten sich vor 28 Jahren in Stuttgart und sind sehr erfolgreich – spätestens, seitdem sie mit dem grammatisch eigenwilligen Song „Mir im Süden“ eine Hymne aufs Land der Tüftler ablieferten. Am Freitagabend stehen die Füenf im Theaterhaus auf der Bühne, der Saal T1 ist zu gut drei Vierteln gefüllt, das Publikum schreit manchmal unbeherrscht vor Vergnügen – und gleichzeitig läuft in der größeren Schleyerhalle das Finale der SWR-1-Hitparade. „Wir sind auf Platz 13!“, verkünden die Füenf, sehr stolz.

 

Erfolgsrezept aus schrillen Stimmen und blödsinnigen Texten

Christian Langer, Jens Heckermann und Patrick Bopp – auf der Bühne nennen sie sich Justice, Pelvis und Memphis – gehörten von Anfang an zur Gruppe. Kai Podack alias Little Joe und Francesco Cagnetta alias Dottore Basso stießen nach 2010 hinzu. Sie brauchen keine Utensilien, sie haben ihre Stimmen. Manchmal aber darf es ein Barhocker sein, und manchmal kommt auch Kleinpercussion ins Spiel –Memphis hält ein kleines Schaf hoch und schlägt im Rhythmus auf es ein.

Erfolgsrezept der Füenf sind der stets gekonnte, manchmal schrille Gesang, ihre Charaktere und die genussvoll blödsinnigen Texte, mit denen sie bekannte Melodien versehen. Nun sind sie auf einer Abschiedstour. „Endlich“ haben sie diese Tour genannt, als sehnten sie sich danach zu verstummen. Wer nicht dabei ist, am Freitag im Theaterhaus, muss sich nicht sorgen: Der Abschied soll ein ganzes Jahr dauern, und die Füenf werden oft noch in Stuttgart ihre Lieder anstimmen.

Das Publikum will sie nicht gehen lassen

Die Abschiedstour ist ihnen Gelegenheit, tief im Repertoire zu kramen. Sie besingen den Beilagensalat, sie leihen sich eine Melodie von Sade, um sich über die Zubereitungsart eines Steaks zu beschweren, sie beleihen gleich auch Helene Fischer und die Beach Boys – und schon klatscht das Publikum den Takt. Roger Whitaker, der Deutsch sang, obschon er es nicht konnte, kommt ebenso in die fröhlich quietschende komödiantische Sangesmühle wie Schlagerstar Patrick Lindner, der zu den Füenf vor einigen Jahren auch selber auf die Bühne kam: „Er hat wirklich Humor, und den hat er auch dringend nötig!“ Und obschon die Zeit noch lange nicht gekommen ist, den fünf singenden schwäbischen Schelmen auf immer Ade zu sagen: Das Publikum will sie nicht gehen lassen, es fordert seine Zugaben.