Bernhard Linke (links) und Jörg Pauly. Foto: Nathalie Veit

Das Theatherstück „Die Frau in Schwarz“ ist noch bis zum 10. Februar im Theater der Altstadt in Stuttgart zu sehen.

Das Grauen kommt so unmerklich wie der Nebel in den Marschen: Irgendwann ist es da. Wie die Frau in Schwarz, nach deren Erscheinen immer etwas Schreckliches passiert. Aber das weiß das Publikum zum Glück nicht von Anfang an. Da lässt es sich bereitwillig ein auf den Dialog zwischen dem Anwalt Arthur Kipps und einem Schauspieler, die erzählen, was Kipps bei einem ungewöhnlichen Mandat widerfahren ist. Regie führt bei diesem Stück, das seit dem 25. Januar im Theater der Altstadt zu sehen ist, Gerhard Weber, ehemals Regieassistent von Claus Peymann.

Oft wechseln die Schauplätze und die Rollen. Das stört aber keineswegs. Ebenso witzig wie überzeugend ist es da, wenn zum Beispiel ein Bauernschrank zum rumpelnden Zugabteil oder eine Truhe zur Pferdekutsche wird. Großartiges leisten die Schauspieler Bernhard Linke und Jörg Pauly. Es ist Theater im Theater: Linke spielt dabei den Anwalt Kipps, der eine selbst erlebte Grusel­geschichte erzählen möchte. Dabei zählt er auf die Unterstützung eines Schauspielers.

Amüsant: Wenn die Theaterebene zur Realität wechselt

Nach anfänglichem Hin und Her einigen sich die beiden Männer, dass der Schauspieler die Rolle des Arthur Kipps spielt und Kipps selbst in die Rollen der verschiedenen Menschen schlüpft, die ihm begegnet sind. Da sind zum Beispiel der ständig niesende Mr Tomes, der brummige Wirt und der Kutscher Mr Keckwick. Eine wichtige Person ist Mr Daily, durch den Arthur Kipps nach und nach erfährt, was es mit dem verlassenen Haus in den Marschen und der Frau in Schwarz auf sich hat.

Amüsant ist es, wenn die Theaterebene zur Realität wechselt. Weber setzt dabei auf „gute, einfache Theatermittel“. Weitere Hauptdarsteller sind Licht und Ton, die ebenfalls Wesentliches zum Kopfkino beitragen. Nicht zu vergessen: Tatjana Milicevic, die als „Frau in Schwarz“ ihre Rolle zwar ohne Worte, dafür mit großer Wirkung spielt. Denn es bleibt ein Rest von Unbehagen, obwohl das Licht im Theater schon wieder angegangen ist.

„Die Frau in Schwarz“: Termine noch bis 10. Februar, verschiedene Anfangszeiten, Theater der Altstadt, Tickets 07 11 / 99 88 98 18

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