Die Forscherfabrik in Schorndorf hat einen fulminanten Start hingelegt – und feiert nun den ersten Geburtstag. Das im Großraum Stuttgart einzigartige Science Center will sein Angebot nun inhaltlich und räumlich ausbauen.

Schorndorf - Nach einem halben Jahr hatte es sich bereits abgezeichnet, kurz vor dem ersten Geburtstag ist es Gewissheit: Die Forscherfabrik in Schorndorf hat einen fulminanten Start hingelegt. Rund 35 000 große und kleine Forscher haben die Außenstelle der Experimenta in Heilbronn mittlerweile besucht – das sind gut 10 000 mehr als erwartet worden war. „Wir sind sehr zufrieden und ganz glücklich“, sagt die Leiterin Andrea Bergler.

Am Anfang hat die Besuchermenge die Ausstellung gesprengt

Nachdem zu Anfangszeiten die Ausstellung mit ihren 50 Experimenten sogar ab und zu geschlossen werden musste, weil das Limit von 350 bis 400 Personen im Parcours erreicht war, sei die Besuchermenge mittlerweile gut zu handhaben – auch weil zum Beispiel für die Aufsichten am Wochenende zusätzliche Mitarbeiter eingestellt wurden. Unter der Woche sind es vor allem Klassen und Kindergartengruppen, die an Experimentierkursen teilnehmen oder den Parcours durchlaufen, am Wochenende und nachmittags kommen ganze Familien.

Warum das Angebot so unglaublich gut angenommen wird? Auf diese Frage hat Andrea Bergler mehrere Antworten. Zum einen sei der Bedarf in den Schulen und Kindergärten an naturwissenschaftlichen Angeboten im Experimentierbereich groß: „Nicht alle Schulen haben die Ausstattung, nicht alle Lehrer die Zeit, aufwendige Experimente vorzubereiten.“

Das einzige Science Center dieser Art in der Region Stuttgart

Viele im Lehrplan vorgesehene Pflichtexperimente könne man in den Kursen und in der Ausstellung der Forscherfabrik machen, es gebe einen spielerischen Ansatz und in den Kursen trotzdem immer einen Theorie- und Experimentierteil. „Deshalb haben wir auch die Zertifizierung als außerschulisches Forschungszentrum, die Lehrkräfte können auf die Qualität des Angebots vertrauen“, sagt Andrea Bergler.

Zum anderen sei die Forscherfabrik das einzige ausgesprochene Science Center im Großraum Stuttgart. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal sei, dass die Einrichtung explizit Kinder im Vor- und Grundschulalter als Zielgruppe hat und dazu passend niedrigschwelliger ausgerichtet sei als ein klassisches Museum. Das mache sich nicht nur an den Experimentierstationen bemerkbar, sondern auch an der Vesperecke. Und es gibt tatsächlich einige Wiederholungstäter: „Viele Kinder kommen mit ihren Eltern, nachdem sie mit der Schule schon da waren. Und danach wollen viele dann noch ihren Geburtstag bei uns feiern“, berichtet Bergler.

Lehrkräfte entwickeln neue Kurse und Arbeitshefte

Kindergeburtstage könnte die Forscherfabrik jeden Tag anbieten – so riesig groß ist der Bedarf. „Diesen Bereich möchten wir ausbauen“, sagt Andrea Bergler. Genauso wie die Angebote in den Ferien. Im Sommer gab es das erste offene Ferienprogramm, das auf jeden Fall wiederholt werden soll. Die Forscherfabrik entwickelt sich weiter – auch im Kursbereich. Mittlerweile gibt es zwei Lehrkräfte, die vor allem dafür da sind, neue Kurse zu entwickeln oder die Mitarbeiter pädagogisch beraten. So hat die Lehrerin Sabine Neumüller zum Beispiel Arbeitshefte für Experimente im Parcours konzipiert. „Danach wurde gezielt gefragt“, sagt Andrea Bergler. Der zweite Lehrer, Christian Biermann, ist Medienpädagoge und soll den Bereich digitale Bildung von Grundschülern aufbauen.

Erweiterungen stehen nicht nur inhaltlich, sondern auch räumlich an. Am ersten Geburtstag wird die Außenterrasse eröffnet, auf der sieben neue Experimentierstationen Platz finden – und die auch sonst als Aufenthaltsbereich im Freien genutzt werden soll. Zudem wird zur Remstal-Gartenschau im Stadtpark ein Wissensgarten mit Experimenten zum Thema Wahrnehmung installiert.

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